| Path: | news2.ip-mobilphone.net ! NNTPLoader.ip-mobilphone.net ! news.tiscali.de ! feed.news.tiscali.de ! newsfeed01.sul.t-online.de ! t-online.de ! newsfeed.stueberl.de ! eusc.inter.net ! news.eusc.inter.net ! not-for-mail |
| From: | Solon Lutz <@.solon[AT|PYRO|DE]> |
| Newsgroups: | z-netz.alt.pyrotechnik |
| Subject: | z-netz.alt.pyrotechnik FAQ V2.5 |
| Date: | Fri, 30 Jul 2004 14:35:42 +0200 (MEST) |
| Organization: | The Pyromaniacs Inc. |
| Lines: | 3751 |
| Message-ID: | <Xns95369510FDC78sfjdsfjsfjsdfjdsfkjs@213.73.102.4> |
| X-Trace: | news.eusc.inter.net 1091190942 12169 217.199.79.190 (30 Jul 2004 12:35:42 GMT) |
| X-Complaints-To: | abuse@eusc.inter.net |
| User-Agent: | Xnews/5.04.25 |
| Xref: | news2.ip-mobilphone.net z-netz.alt.pyrotechnik:9555 |
$VER: Pyro-FAQ Rev. 2.5 [20.07.2004]
z-netz.alt.pyrotechnik-FAQ
==========================
(vormals ZER.T-Netz.Pyrotechnik-FAQ)
Inhaltsverzeichnis
------------------
1. Vorworte
1.1. Rechtliches *
1.2. Safety First !! *
2. Grundlagen der Pyrotechnik
2.1. Einfuehrung *
2.2. Theorie
2.3. Chemikalien
2.4. Begriffe in der Pyrotechnik - Glossar
3. Rechtliches
3.1. Das Sprengstoffgesetz
3.2. Feuerwerksklassen
3.3. Satzgewichte einzelner Klassen
3.4. Erlaubnisse nach dem SprengG
3.5. Bedingungen fuer Teilnahme an Lehrgaengen
4. Sicherheit ?
4.2. Unfaelle - privat
4.3. Unfaelle - allgemein
5. Potentielle Gefahrenquellen
5.1. Gefaehrliche Chemikalien
5.2. Schlechte Literatur
5.3. Chlorate & Roter Phosphor
5.4. Acetonperoxid, HMTD und andere Peroxide
5.5. Stickstofftriiodid
5.6. McGyver & andere Filme *
6. Praktische Beispiele
6.1. Holzkohle?
6.2. Mischungen
7. Literatur
7.1. Regelmaessige Publikationen
7.2. Buecher
7.3. Pyrotechnik im Internet
8. Danksagung
mit (*) gekennzeichnete Punkte sind neu oder ueberarbeitet.
1. Vorworte - Willkommen in z-netz.alt.pyrotechnik
===========*======================================
* Diese FAQ wird bestaendig geaendert, also bitte - wenn Kritik, dann bitte
*
* was Konstruktives ! --> Beitraege sind erwuenscht und gern gesehen <--
*
Diese FAQ erscheint in zer.t-netz.pyrotechnik in unregelmaessigen
Abstaenden.
Sie sind auch unter http://www.pyro.de/pyro-faq.txt (Who's computer is this?) zu haben.
In z-netz.alt.pyrotechnik wird ueber Pyrotechnik diskutiert und nicht ueber
Sicherheitsaspekte beim anonymen Posten oder ob Behoerden die hier
veroeffentlichten Beitraege auswerten.
Anleitungen zum Bau von Dingen wie Rohr-, Splitter- und Brandbomben ebenso
von Jeglichem was nur der Zerstoerung dient, verbieten sich schon auf Grund
der Ethik und Moral, sowie einer gewissen Toedlichkeit, abgesehen vom
zweifelhaften Zweck und der rechtlichen Lage. Diskussionen ueber
'Sprengstoffe'
'Hoellenmaschinen' wie Peroxide, Jodstickstoff, KCl03/Phosphor, etc. sind
hier
auch nicht gern gesehen.
Dieser spezielle Themenbereich hat eigentlich wenig mit Pyrotechnik zu tun.
Pyrotechnik ist die Kunst des Feuerwerks. Bei einer Rakete oder Fontaene
besteht die Kunst ja darin, dass sie eben nicht explodiert.
Diese Newsgroup ist ein Forum einiger Profis und vieler Amateure. Hier
finden
sich viele Leute mit Ahnung - aber auch manchmal welche, die keine haben!
Sollte daher jemand etwas interessantes posten, empiehlt es sich, erstmal
ein
paar Tage warten und zu sehen ob sich nicht warnende Stimmen regen, weil es
z.B. schwerwiegende Nebenwirkungen besitzt...
Wer Rezepte oder Anleitungen posten will, sollte ebenso daran denken, dass
dies einige Menschen lesen werden, die vielleicht nicht so erfahren sind.
1.1. Rechtliches
================
Eine naechsthoehere Version dieser FAQ loest alle anderen vorherigen
Versionen ab und sollte auf Grund der vorgenommenen Korrekturen
bevorzugt verwendet werden!
HAFTUNGSAUSSCHLUSS:
Dieses Dokument dient nur reinen Informationszwecken. Obwohl bei der
Zusammenstellung der Informationen sorgfaeltig verfahren wurde,
koennen Fehler enthalten sein !!!
Der Autor warnt ausdruecklich vor der praktischen Durchfuehrung der
geschilderten Verfahren und lehnt daher auch jegliche Haftung fuer dadurch
entstehende Schaeden an Personen und/oder materiellen sowie immateriellen
Werten grundsaetzlich ab.
COPYRIGHT:
Diese FAQ darf nur fuer private Nutzung und ausschliesslich in der
Newsgroup
'z-netz.alt.pyrotechnik' ueber an das Internet angeschlossene nntp-Server
oder
ueber die URL 'http://www.pyro.de/pyro-faq.txt' zur Verfuegung gestellt
oder
verbreitet werden. Das Setzen von Links auf diese URL hat nur in Absprache
mit
dem Author zu erfolgen.
Nutzung in jedweder anderen Form (spez. kommerzielle Nutzung, Abdruck -
auch
Auszugsweise, Verkauf auf Datenträgern, Verwendung von Textpassagen, etc.)
ist nicht ohne das schriftliche Einverstaendnis des Authors dieser FAQ
gestattet.
Jegliche Aenderungen des Inhaltes duerfen nur durch den Author erfolgen.
Copyright 2002 Solon Luigi Lutz * solon-[]-pyro.de
1.2. Safety First !
===================
Wer sich mit Pyrotechnik beschaeftigen will, der sollte ein paar WIRKLICH
wichtige Regeln beachten - sie koennen vor Aerger schuetzen, Leben retten
oder einfach nur dafuer sorgen, dass das Leben weiterhin Spass macht:
1. MISSTRAUEN und VORSICHT! GENERELL und IMMER!
Es gibt nichts 'absolut Sicheres' in der Pyrotechnik und nichts
Schlimmeres als fahrlaessigen Umgang damit.
2. Rechtliche Vorschriften beachten!
In Deutschland darf man im Allgemeinen NIX selber 'bauen'!!!
Fast alle 'Mischungen' fallen unter das SprengG, und das erlaubt noch
nicht einmal Personen mit einem 'Feuerwerker-Schein' den Selbstbau.
Selbst mit einer sog. 'Herstellererlaubnis' benoetigt man eine
zugelassene
Fertigungsstaette - und die Vorschriften sind verdammt streng.
Wer also zu Hause bastelt, sollte auch hier nach dem Prinzip der
Verhaeltnismaessigkeit vorgehen - niemand wird Verstaendnis fuer einen
Sack mit 50Kg Kaliumchlorat im Bastelkeller erwarten koennen.
Wer Bomben bastelt UND/ODER sie sprengt, macht sich strafbar. Wird
man dabei erwischt, gibt es zu 101% kein 'blaues Auge', sondern ein
ausgewachsenes Strafverfahren wegen Verstosses gegen das Sprengstoff-
gesetz. Ein Richter wird da wohl kaum milde gestimmt sein (zu Recht).
War es dagegen nur ein Knaller aus einem Stueck Papprohr, kann man
evtl.
zu seinem 'blauen Auge' kommen. Verhaeltnismaessigkeit...
Wer uebrigens mal ein Staatsexamen machen moechte - mit dem Eintrag:
'Verstoss gegen SprengG.' im pol. Fuehrungszeugnis wird man garantiert
NICHT zugelassen
3. Ausschliesslich nur sich selbst 'gefaehrden'!
Unbeteiligte Personen oder unwissende 'Mittaeter' zu gefaehrden ist
DAS LETZTE! Wenn man Mist baut, sollte man AUSSCHLIESSLICH sich SELBST
vom Genpool ausschliessen...
(Wir zahlen schon genug fuer Dummheit der Politiker)
Nan vernichte auch nur Sachwerte, die vollstaendiges Eigentum sind!
Neben Ethik und Moral hat das auch handfeste Vorteile:
<zynische_betrachtung_des_eben_geschriebenen>
KLEINE RECHNUNG: Kleine (!) Dummheit im Haus mit 5 Wohnungen begangen.
Haus niedergebrannt. Schaden 1 Mio. Euro.
OHHH - UPS: Die eigene Haftpflichtversicherung oder die von Mammi &
Papi
zahlt nicht fuer vorsaetzlichen Bloedsinn.
HAESSLICH: U-Haft, Schadensersatzklagen, lebenslange Lohnpfaendungen.
LAME (bzw. UNCOOL): 100% Arbeiten, 45% sowie schon an Vater Staat
abdruecken und vom Rest noch mal soviel an die Versicherungen der
anderen
Opfer dass man noch keine Sozialhilfe braucht.
TRAURIG: Die verpfuschten Leben (Plural!), die viele schlaflose
Naechte,
das schlechte Gewissen fuer einen substanziellen Teil des Lebens...
</zynische_betrachtung_des_eben_geschriebenen>
4. Fundiertes chemisches Grundwissen aneignen! Auch wenn sich schon
Diplom-
Chemiker in die Luft gesprengt haben, so hilft derartiges Grundwissen
doch
viel um groebste Fehler zu vermeiden. So wird man als Chemiker
z.B. wissen, dass organische Peroxide zu heftigen unkontrollierten
Explosionen neigen, oder Bleinitrat als Oxidationsmittel wegen
seiner langfristigen Schädlichkeit ungeeignet ist.
5. Grundsaetzlich Schutzbrille, Schweisserhandschuhe, Ohrstoepsel und
Baumwollkleidung tragen. Die drei ersten Gegenstaende sind in jedem
Baumarkt fuer weniger als EUR 30.- erhaeltlich.
Baumwollkleidung ist in gewissem Masse feuerbestaendig und -hemmend.
Synthetikstoffe dagegen brennen sehr gut und kleben nett am Körper.
Brennt extra toll: Fleece-Pullis, -Jacken und -Muetzen!
Ohrstoepsel vermindern die Gefahr eines Knalltraumas ganz erheblich und
ein Knalltrauma handelt man sich schnell ein (Fiepen im Ohr).
Es schraenkt das Hoervermoegen ein und heilt FAST NIE wieder aus.
Schutzbrillen halten das fern, was nicht in Auge gehoert.
Speziell beim Umgang mit Blitzlichtpulvern empfiehlt sich die Benutzung
einer sehr dunklen Sonnenbrille - sonst drohen Augenschaeden.
6. Die Bestandteile einer Mischung werden IMMER EINZELN gepulvert !
Wer fertige Mischungen im Moerser verreibt, macht das meist NUR EINMAL.
7. Vorsichtig mischen ! Manche Mischung neigt bei heftigem Vermischen
schon
zur Entzuendung oder sogar Explosion (siehe Phosphor + Chlorat).
Die beste Mischmethode funktioniert dahingehend, dass man ein
Zeitungsblatt nimmt und die Bestandteile in die Mitte gibt.
Man nimmt das Blatt bei den Aussenkanten und rollt es hin und her, bis
die Mischung homogen ist.
Ausserdem geht man zum Mischen ins Freie - weit weg von Brennbarem !
Waehrend des Pulverns und Mischens sollte man eine Staubmaske tragen;
manche Chemikalienstaeube koennen die Lunge irreversibel schaedigen.
8. Man mischt nie grosse Mengen auf einmal, auch wenn das muehsam ist.
Wem schon einmal 5g Blitzlichtpulver beim Mischen explodiert sind, der
wird froh sein, dass es nicht 50g waren ...
Fertige Mischungen sollten immer so behandelt werden, als ob sie extrem
beruehrungsempfindlich waeren und sich jederzeit entzuenden koennten.
9. Arbeitsflaechen sauber halten ! Viele Chemikalien sind korrosiv,
aetzend
und giftig. Organische Nitrate haben z.B. eine starke Wirkung auf das
Herz-Kreislauf-System und werden durch die Haut aufgenommen.
Der Rauch vieler Rauchmischungen kann Lungenoedeme verursachen.
Bei Informationen zu den Chemikalien nicht nur auf das vorliegende
Rezept
verlassen, Quellen wie der Merck-Index, oder mal der Blick ins WWW
liefern
viele wertvolle Informationen ueber Giftigkeit, etc.
10. Arbeitsgeraete sauber halten ! Spuren von Chemikalien an
Arbeitsgeraeten
koennen aeusserst unliebsame ueberraschungen zur Folge haben. Solche
Ansammlungen finden sich meist in Rillen, etc.
Mit Arbeitsgeraeten arbeitet man am Besten in Behaeltern aus PE, PP
oder
Holz; das vermindert das Splitterrisiko im Falle einer Explosion.
11. Offenes Feuer in der Naehe des Arbeitsplatzes ist lebensgefaehrlich.
Ein
grosser Eimer Wasser stellt das Mindeste an Sicherheit dar. Besser ist
ein
Pulver-, oder C02-Loescher - dies gilt jedoch NICHT fuer Metallbraende.
Z.B. Magnesium, Aluminum, Titan, Natrium, Calcium, etc.
Hier hilft nur ABDECKEN MIT SAND - ein Einsatz von Wasser, CO2 oder
Löschpulver normaler Feuerlöscher kann Explosionen bewirken.
12. Niemals Behaelter aus Glas, Metall oder Kunststoff als Huelle fuer
Feuerwerk verwenden - Splitter koennen sehr weit fliegen und toedlich
sein! Kunststoffsplitter sieht man uebrigens auf Roentgenbildern nicht!
Daher: Papier und Pappe! PAPIER UND PAPPE!
13. Sollte eine selbstgebaute Konstruktion nicht zuenden, sollte man
man sich ernsthaft fragen, ob man sie nicht mit Wasser entschärft.
Das geht natuerlich nur dann, wenn man sie aus Pappe/Papier gebaut
hat...
Wenn man nun garnicht anders kann, sollte man ihr mindestens ein paar
Stunden oder besser eine Nacht goennen.
14. Testet man unbekannte Stoffe/Mischungen faengt man zuerst mit sehr
kleinen
Mengen an. Zum Beispiel mit der sprichwoertlichen Messerspitze. Diese
Menge kann bei mancher Substanz schon zu heftigen Detonationen fuehren,
daher auch immer einen Gehoerschutz tragen.
Viele Mischungen geben beim Abbrennen so !intensive! Waermestrahlung
ab,
dass Verbrennungen ohne direkten Kontakt mit der Flamme moeglich sind.
Z.B. Mischungen mit Metallen (Magnesium, Titan, etc.)
15. Im Sprengstoffgesetz und/oder den Unfallverhuetungsvorschriften der
Berufsgenossenschaften wird nicht ohne Grund die Verwendung bestimmter
Chemikalien oder deren Kombinationen verboten!
Die meist leidvollen Erfahrungen in der Vergangenheit auch beim
professionellen Umgang damit waren dafuer Ausschlaggebend.
So gibt es in der professionellen Pyrotechnik nur wenige
Anwendungsfaelle
von Chloraten oder Phosphor und gar keine fuer Permanganate,
Cyanoferrate
oder organische Peroxide.
Auf diese Erfahrungen sollte man bauen und nicht unbedingt beweisen
muessen, dass bestimmte Rezepturen auch wirklich nicht handhabbbar und
in der Lage sind Sachschäden, Verstuemmelungen und Tod zu verursachen.
Ein 'Perpetuum Mobile' wird auch nie funktionieren...
2. Grundlagen der Pyrotechnik
=============================
2.1. Einfuehrung
================
Die Verwendung von 'Pech & Schwefel' ist bereits aus dem 5. Jh. v. Chr.
ueber-
liefert, und das 'Griechische Feuer' wurde um 600 bereits als Waffe
eingesetzt. Schliesslich wurde um 1100 das Schwarzpulver von den Chinesen
erfunden, die alsbald Raketen auf dem Schlachtfeld einfuehrten, waehrend
man
sich in Europa sozusagen 'noch mit dem Knueppel die Koepfe einschlug...'
Um 1400 wurde das 'Geheimnis' von den Hollaendern nach Europa gebracht,
aber
auch zeitgleich 'wiedererfunden' - zu jener Zeit erfreuten sich die Araber
schon an einfachen farbigen Feuerwerken.
Die damals kriegerischen Zeiten foerderten die Verbreitung und Verfeinerung
der 'Feuerwerkerey' erheblich - ihre Beherrschung entschied sehr bald ueber
Sieg oder Niederlage.
Um 1700 erlebte das dekorative Feuerwerk einen bedeutsamen Aufschwung, war
es doch in der Bluetezeit des Barock aeusserst beliebt. Fast alle heute
verwendeten Effekte (Vulkane, Schwaermer, Sonnen, etc.) wurden in der
damaligen Zeit erfunden - im asiatischen Raum war man natuerlich wieder ein
paar Jahrhunderte frueher auf die Idee gekommen...
Mit dem Ende des Barocks kam auch ein Niedergang der Feuerwerkskunst, man
hatte nicht mehr so viel fuer diese nette Art der 'Geldverschwendung'
uebrig.
Die folgende Kriege und Weltkriege brachten eine Professionalisierung mit
sich, die leider fast ausschliesslich der Zerstoerung diente.
Mit dem Ende des 2. Weltkrieges begann auch wieder die wissenschaftliche
Erforschung der dekorativen Pyrotechnik. Die Schönheit des Feuerwerks wurde
wiederentdeckt - ein neuer Industriezweig 'entstand'.
Heute sind die Grenzen fliessend geworden; Verbundfeuerwerk, Seenotsignal,
einseitig infrarottransparenter Fasernebel.
Die Grossen im 'Geschaeft' sind in allen Bereichen taetig:
Kein Raketenstart ohne 'Sprengbolzen', kein Auto ohne 'Airbag', kein Krieg
ohne 'Gefechtsfeldbeleuchtung' und kein Sylvester ohne Feuerwerk...
So schoen die Effekte eines Feuerwerkes auch sind; so sind sie meist schwer
zu realisieren und Fehler, die man im Umgang mit Pyrotechnik macht, werden
selten verziehen:
Unfaelle, die ganze Fabriken zerstoert und viele Menschen getoetet oder
verletzt haben, sind leider keine Ausnahme.
Viele 'Hobbypyrotechniker' verletzen sich schwer oder verlieren Finger,
Haende, Augen oder ihr Leben...
Selbst gute, aktuelle Literatur ueber Pyrotechnik ist schwer zu bekommen,
rar gesaeht, fast ausschliesslich in Englisch geschrieben und teuer.
Es gibt zwar einiges an Literatur im Internet, aber weniger als 5% davon
ist
als "gut" anzusehen. Die restlichen 95% sind meist mit groesster Vorsicht
zu
geniessen, da die meisten Leute ueber Dinge schreiben, die sie nie
ausprobiert
haben.
2.2. Theorie
============
Pyrotechnische Mischungen funtionieren eigentlich fast immer nach dem
Prinzip einer RedOx-Reaktion. Einfach gesagt, ein Stoff gibt Sauerstoff
ab, wird also reduziert, waehrend ein anderer Stoff Sauerstoff aufnimmt,
also
oxidiert wird. Da eine Pyrotechnische Mischung allerdings selten aus nur
zwei
Komponenten besteht, sind die Reaktionen, die in ihr ablaufen, doch recht
kompliziert.
Nehmen wir als Beispiel mal ganz normales Schwarzpulver, eine Mischung aus
75% Kaliumnitrat, 15% Schwefel und 10% Holzkohlepulver. Das Kaliumnitrat
(chem. Formel: KN03) ist eine Verbindung aus Kalium (K), Stickstoff (N)
und Sauerstoff (O). Wie an der 3 hinter dem "O" zu erkennen ist,
"enthaelt" es viel Sauerstoff und gibt diesen auch sehr leicht an
oxidierbare Stoffe wie Schwefel, Holzkohle, u.s.w. ab, wenn man dem
fertigen Gemisch Startenergie in Form von Hitze oder Reibung zufuehrt.
Auf dieser Grundlage lassen sich die meisten Mischungen herstellen:
Sauerstoffabgebende Substanz + leicht brennbarer (oxidierbarer) Stoff.
Allerding muss man auf das sogenannte "chemische" Gleichgewicht achten,
d.h. in einer Mischung darf nicht mehr sauerstoffabgebende Substanz
vorhanden sein, als zur Verbrennung der brennbaren Substanz noetig ist,
dass
ein solcher ueberschuss die Reaktion behindern wuerde. Das richtige
Verhaeltnis kann man an Hand der Reaktionsgleichung berechnen, aber zuerst
muss man eine vollstaendige Reaktionsgleichung aufstellen, bevor man dann
mit
Hilfe des Molekuelgewichtes (Molmasse, MG.) seine Berechnungen anstellen
kann.
Aber ein perfektes Gleichgewicht bedeutet nicht, dass eine Mischung auch
gut funktioniert - manchmal muss man viele Versuche durchfuehren, bevor man
Erfolg hat.
Chemisch bewanderte werden nun vielleicht anfuehren, dass RedOx-Reaktionen
nicht zwingend Sauerstoff involvieren, denn Reduktion bzw. Oxidation
bezeichen
eigentlich Elektronenuebergaenge. Tatsächlich gibt es pyrotechnische
Saetze,
deren Bestandteile voellig ohne Sauerstoff sind, und die dennoch mitunter
sehr
heftig reagieren koennen. Die Abwesenheit eines konventionellen
Oxidationsmittels" in einer Rezeptur bedeutet also nicht automatisch, dass
der
Umgang damit harmlos ist.
Aber es gibt noch mehr Faktoren, die eine Rolle spielen, z.B.
die Partikelgroesse. Angenommen man will Schwarzpulver herstellen und
pulverisiert seine Grundstoffe im Moerser und mischt sie dann, wird man
feststellen, dass das Endprodukt ziemlich langsam abbrennt. Wenn man es in
einen Knaller fuellen wuerde, gaebe es keinen Knall sondern vielleicht ein
"Puff", aber mehr auch nicht.
Das Pulver, welches man mit Hilfe eines Moersers herstellen kann, mag zwar
auf den ersten Blick sehr fein aussehen, aber diese "Feinheit" reicht
nicht aus, um eine schnelle Reaktion zu gewaehrleisten. Je feiner ein
Pulver ist, desto groesser ist auch seine Oberflaeche und desto besser kann
es auch reagieren. Ein Kilo Holz in Form eines Wuerfels wird nicht brennen,
wenn man ein brennendes Streichholz daran haelt, ein Kilo Holzwolle dagegen
schon !
Trotzdem sollte man vorneherein wissen was man fuer eine Reaktion erreichen
will - eine Wunderkerze mit Eisenstaub herzustellen macht keinen
Sinn, sie wuerde mit hellem Aufleuchten in zwei Sekunden verbrennen, mit
grobem Eisenpulver dagegen brennt sie ruhig und funkelt vor sich hin. Fuer
ein Blitzlichtpulver, das schlagartig verbrennen soll, wird man also immer
staubfeine Bestandteile verwenden.
Umgekehrt koennen pyrotechnische Saetze, welche in der Endform als
gebundener
Koerper (z.B. Leuchtkugel) verwendet werden waehrend der Herstellung als
sehr
gefaehrliche Pulvermischungen vorliegen (speziell, wenn sie (Per)Chlorate
und
Metalle enthalten) und muessen daher mit der notwendigen Sorgfalt und
Respekt
behandelt werden.
Die Prozedur des Mischens stellt ebenfalls einen wichtigen Faktor dar, um
gute Mischungen herzustellen; ist aber auch ein bedeutender
Sicherheitsaspekt, denn jede Art von Energie, die man einer Mischung
zufuehrt, kann sie zur Reaktion bringen. Es gibt Mischungen, die so
unempfindlich sind, dass man mit einem Hammer darauf schlagen kann und eine
Wunderkerze braucht um sie zu entzuenden. Andere Mischungen dagegen
explodieren schon bei etwas staerkerer Beruehrung.
Das schoene an einem Feuerwerk sind immer auch die unterschiedlichen
Farben: Blau, Rot, Gruen, Violett, Gelb, etc. Was so schoen aussieht ist
teilweise sehr schwierig zu erreichen. Eine Flamme kann man durch die
Salze von Metallen wie: Natrium (Gelb), Barium (Gruen), Strontium (Rot),
Kalium (Violett), Kupfer (Blau) faerben. Die genannten Metalle sind nicht
die einzigen ueberhaupt, die Flammenfaerbungen hervorrufen koennen, aber
die
gebraeuchlichsten. Und wie immer muss man auch beim Thema Farbe wissen was
man erreichen will.
Nimmt man nun eine Mischung aus Schwefel, Kaliumnitrat, Strontiumnitrat
und Natriumnitrat, so wird diese immer gelb brennen, da das Natrium ein
sehr intensives Gelb erzeugt und so das Rot des Strontiums und das Violett
des Kaliums voellig ueberdeckt. Gibt man zu einer Mischung von
Strontiumnitrat und Schwefel noch Magnesium dazu, dann wird diese Mischung
viel weniger rot aussehen, da das Magnesium ein sehr helles weisses Licht
abgibt und so das Rot zum Teil verblasst.
Alle Farben ausser Blau lassen sich sehr einfach erzeugen; man verwendet
einfach das Nitrat des ensprechenden Metalls.
Der Einsatz von Kupfernitrat allein erzeugt allerdings keine blaue Farbe in
Pyrotechnischen Mischungen. Um ein tiefes Blau zu erzeugen, muss man
genaue Mengen organischer Chlorverbindungen zufuegen und fuer eine relativ
tiefe, genaue Verbrennungstemperatur sorgen.
Die blaue Faerbung entsteht nur naemlich nur dann, wenn waehrend des
Verbrennens keine zu hohen Temperaturen herrschen und neben Kupfer
z.B. Chlor oder ein anderes Halogen vorhanden ist.
In diesen Mischungen herrscht ein feines Gleichgewicht vor, welches man
sehr oft nicht einfach errechnen kann. Oftmals erreicht man gerade durch
den Mangel bzw. Ueberschuss den gewuenschten Effekt.
Man kann es nur durch vorsichtige Versuche erreichen !
2.3. Chemikalien
================
Aktuelle Sicherheitsdaten zu den hier aufgelisteten Chemikalien findet
man unter http://www.bgvv.de/fbs/chem/civs.htm (Who's computer is this?)
* ACETON [H3C-CO-CH3 - MG. 58.05] Loesungsmittel
Klare Fluessigkeit, brennbar, bevorzugtes Loesungsmittel fuer viele in der
Pyrotechnik eingesetzten Bindemittel
* ALUMINIUM [Al - MG. 26.98] Brennstoff
Findet viel Verwendung fuer hellweisse Flammen, silberne Funken oder
Blitzknallsaetze (z.B. Vogelschreck).
Je nach Einsatzzweck verwendet man Al in unterschiedlicher Feinheit und
Oberflaechenbeschaffenheit:
Blaettchen (Flake, Al-Bronze):
Wird durch Mahlen von Al in Kugelmuehlen unter Zusatz von speziellen
Anti-Backzusaetzen hergestellt, die die Oberflaeche des Al beschichten.
Sehr feiner, hell-silberner bis grauer Staub, wird in Sternen und
Lichterzeugenden Saetzen verwendet, um die Brillianz zu erhoehen.
Auf Grund der Beschichtung reaktionstraeger.
Schliff: (Dark-Al, American Dark, German Black)
Wird durch Mahlen von atomisiertem Al in Atrittormuehlen hergestellt.
(Frueher schliff man das Pulver wirklich von gorssen Bloecken ab - Name!)
Extrem feines, dunkelgraues bis schwarzes Pulver, wird ausschliesslich
fuer sog. Blitzknallsaetze verwendet, bildet mit Oxidationsmitteln
hochexplosive Mischungen (!!!)
Kugeln: (Atomized Al, Spherical Al, Spheroidal Al):
Wird durch Verduesen von geschmolzenem Al in einem Gasstrom hergestellt.
Feines bis sehr feines graues Pulver, wird fuer Glitter-Effekte und
Silberfunken verwendet.
Griess: (Flitter, granular):
Grober bis feiner Griess fuer Sternenschweife, Sprueheffekte in Fontaenen,
Vulkanen, Sonnen und Wasserfaellen.
Ausser Al-Flake, welches nur beschichtet erhaeltlich ist, gibt es die
anderen
Formen jeweils in beschichteter und unbeschichteter Form. Hierbei ist
generell zu sagen, dass die unbeschichteten Formen reaktiver sind als die
beschichteten. Beschichtungen bestehen meist aus Stearaten.
Chlorat-Al Saetze sind extrem instabil und gefaehrlich und werden deshalb
heute in der Pyrotechnik nicht mehr verwendet.
Besondere Gefahren im Umgang mit Al koennen durch die Anwesenheit von
Wasser
(Feuchtigkeit) und/oder basische Ph-werte entstehen. Speziell bei Al -
Nitrat
Saetzen muss auf den pH-Wert geachtet werden: Durch Reaktion mit
Feuchtigkeit
in basischer Umgebung kann es Selbstentzuendung kommen. Daher wird in
vielen
Saetzen Borsaeure als Stabilisator zugegeben.
* ALUMINIUMCARBID, [Al4C3 - MG. 143.96] Brennstoff
Hellgelbes Pulver, wird selten in speziellen Sternensaetzen verwendet,
reagiert mit Wasser zu Methan und Al-hydroxid!
* ALUMINIUMOXID [Al2O3 - MG. 101.96]
Feines, weisses Pulver, wird als Material fuer Raketenduesen verwendet.
* AMMONIUMCHLORID [NH4Cl - MG. 53.50]
Weises Pulver (Salmiak), wird in Rauchsaetzen verwendet
Darf nicht mit Chloraten gemischt werden, da sonst das sehr instabile und
hochexplosive Ammoniumchlorat entsteht.
* AMMONIUMDICHROMAT [(NH4)2Cr2O7 - MG. 252.10] Oxidationsmittel
Oranges Pulver, wird selten in Saetzen fuer Fontaenen und Vulkane, sowie
als
Katalysator in Ammoniumnitrat-basierten Treibsaetzen verwendet.
Sollte nicht mehr verwendet werden, da bei der Verbrennung Chromoxide
entstehen koennen, die als krebserregend angesehen werden.
Reagiert ausserdem SEHR HEFTIG mit organischen Loesungsmitteln (!!!)
Darf nicht mit Chloraten gemischt werden, da sonst das sehr instabile und
hochexplosive Ammoniumchlorat entsteht.
* AMMONIUMKUPFERKOMPLEX Farbgeber
Tiefblaue Kristalle (Schweizers Reagenz), selten als blauer Farbgeber
in Sternen verwendet.
* AMMONIUMNITRAT [NH4NO3 - MG. 80.05] Oxidationsmittel
Weisses Pulver, sehr hygroskopisch (!), wird in der Pyrotechnik selten fuer
Rauch- und Treibsaetze eingesetzt. Wird viel in der gewerblichen
Sprengtechnik in sog. ANFO-Sprengstoffen verwendet.
Darf nicht mit Chloraten gemischt werden, da sonst das sehr instabile und
hochexplosive Ammoniumchlorat entsteht.
* AMMONIUMPERCHLORAT [NH4ClO4 - MG. 117.50] Oxidationsmittel
Weisses Pulver, wird in manchen Glitter-Saetzen und in farbintensiven
Sternen
und Fontaenen eingesetzt, ist das am haeufigsten verwendete
Oxidationsmittel
in Feststoffraketentreibsaetzen, bildet mit Schwefel oder seinen
Verbindungen
stossempfindliche Mischungen (!), bildet mit Nitraten das hygroskopische
Ammoniumnitrat, reagiert bei Anwesenheit von Feuchtigkeit heftig mit
Magnesium.
Darf nicht mit Chloraten gemischt werden, da sonst das sehr instabile und
hochexplosive Ammoniumchlorat entsteht.
* ANTIMON [SB - MG. 121.75] Brennstoff
Graues Metall, giftig, wurde frueher in weissen Leuchtsaetzen verwendet,
bevor
man Magnesium, Aluminium und Titan herstellen konnte. Heute obsolet.
* ANTIMONTRISULFID [Sb2S3 - MG. 339.72] Brennstoff
Schwarzes Pulver, giftig, wird verwendet um die Zuendeigenschaften von
Blitzknallsaetzen zu verbessern, darf nicht mit Chloraten gemischt werden.
Dient auch als Brennstoff in Glittersaetzen.
* ARSENDISULFID [As2S2 - MG. 213.94] Brennstoff
Rote glasartige Masse (Realgar), sehr giftig, wurde frueher in weissen
Leuchtsaetzen verwendet, bevor man Magnesium, Aluminium und Titan
herstellen
konnte. Brennt mit Blauweisser Flamme. Heute obsolet.
* ASPHALT (Teer, Bitumen, Rafaelit, Gilsonit)
Schwarzes, sproedes Material, Gemisch aus versch. hochmolekularen
Kohlenwasserstoffen, wird selten als Brennstoff verwendet.
* BARIUMCARBONAT [BaCO3 - MG. 197.37] Stabilisator, Farbgeber
Weisses Pulver, giftig, erzeugt gruene Flammen, Saeurepuffer in
Chloratsaetzen, Katalysator bei Glitter-Effekten.
* BARIUMCHLORAT [Ba(ClO3)2 * H2O - MG. 322.29] Oxidationsmittel, Farbgeber
Weisses Pulver, giftig, gibt mit organischem Material noch instabilere
Saetze als Kaliumchlorat. Sollte nie mit Schwefel, S-Verbindungen,
Phosphor,
Ammoniumsalzen oder Metallpulvern gemischt werden.
Wird haeufig mit Bariumcarbonat zusammen in Asien fuer gruene
Feuerwerkssaetze
und Sterne verwendet, in Europa aber obsolet.
* BARIUMCHLORID [BaCl2*2H2O - MG. 244.31] Farbgeber
Weisses Pulver, giftig, erzeugt gruene Flammen, wird auf Grund seines
Wassergehaltes selten verwendet.
* BARIUMCHROMAT [BaCrO4 - MG. 236.37] Oxidationsmittel
Gelbes Pulver (Barytgelb), gifitg, wird selten in Verzoegerungssaetzen
verwendet, bei der Reaktion koennen carcinogene Chromoxide entstehen.
* BARIUMNITRAT [Ba(NO3)2 - MG. 261.38] Oxidationsmittel, Farbgeber
Weisses Pulver, giftig, am haeufigsten verwendeter Farbgeber in pyrotechn.
Saetzen, wird dabei haeufig zusammen mit organischen Chlorverb. verwendet,
um
die Farbqualitaet zu erhoehen.
Wird auch zusammen mit MG und Al in sog. Wasserfallfontaenen verwendet, die
Metallpulver sollten fuer diese Verwendung allerdings beschichtet und
leicht
mit Borsaeure bestaeubt sein, da ein hoher pH-Wert zusammen Feuchtigkeit
leicht zu Selbstentzuendung fuehren kann.
* BARIUMPERCHLORAT [Ba(ClO4)2*H2O - MG. 390.32] Oxidationsmittel, Farbgeber
Weisses Pulver, giftig, weniger reaktiv als Bariumchlorat, wird auf Grund
seines Gehaltes an Kristallwasser nur selten in Saetzen verwendet.
* BARIUMPEROXID [BaO2 - MG. 169.36] Oxidationsmittel, Farbgeber
Weisses Pulver, giftig, wird zusammen mit Magnesium fuer Leuchtspurmunition
und Thermitanzuendsaetze (Zuendkirschen) verwendet.
* BARIUMSULFAT [BaSO4 - MG. 233.43] Farbgeber, Oxidationsmittel
Weisses Pulver, uniftig (da aeusserst gering loeslich), wird als Farbgeber
fuer gruene Leuchtsterne verwendet, findet auch als
Hochtemperaturoxidationsmittel in Blinksaetzen Verwendung, sollte nicht mit
Chloraten verwendet werden.
* BENZOESAeURE [H5C6-COOH - MG. 122.12] Brennstoff
Weisses Pulver, reizend, wird als Brennstoff in Pfeifsaetzen verwendet, ist
allerdings durch ihre Na/Ka-Salze abgeloest worden.
* BISMUTTRIOXID [Bi2O3 - MG. 466.96] Oxidationsmittel
Hellgelbes Pulver, sichere Alternative zu Bleioxid in Cracker-Sternen.
* BLEINITRAT [Pb(NO3)2 - MG. 331.23] Oxidationsmittel
Weisses Pulver, giftig, wird selten in Sternen und Saetzen verwendet,
obsolet.
* BLEI(IV)-OXID [Pb3O4 - MG. 685.63] Oxidationsmittel
Rotes Pulver (Bleitetroxid, Mennige, Red Lead), giftig, sehr starkes
Oxidationsmittel, wird fuer Cracker-Sterne verwendet, ergibt mit
Metallpulvern
explosive Mischungen (!). Sollte durch Bismuttrioxid ersetzt werden.
* BLEI(II)-OXID [PbO - MG. 223.21] Oxidationsmittel
Rotbraunes Pulver (Bleimonoxid, Lithargyrum], giftig, wird selten fuer
Ueberallzuender und Rauchsaetze verwendet. Obsolet.
* BORSAeURE [H3BO3 - MG. 61.84] Stabilisator
Wird zur Stabilisierung des pH-Wertes in Nitrat-Al/Mg-Saetzen und
zur Unterdrueckung der Reaktion mit vorhandener Feuchtigkeit verwendet.
* CALCIUMCARBONAT [CaCO3 - MG. 100.09] Stabilisator, Farbgeber, Fueller
Weisses Pulver, Farbgeber fuer orangerote Leuchtsaetze und Sterne, als
Saeureneutralisator in manchen Saetzen, Fuellmittel fuer Papierleim.
* CALCIUMCHLORAT [Ca(CLO3)2 - MG. 206.99] Oxidationsmittel
Blassgelbes Pulver, selten verwendeter Farbgeber fuer orangerote Flammen.
* CALCIUMSILIZID [CaSi2 - MG. 96.25] Brennstoff
Dunkelgraues Pulver, wird als Brennstoff in heiss brennenden Zuendsaetzen
oder
zum Erzeugen hellgelben Funken verwendet.
* CALCIUMSULFAT [CaSO4 - MG. 136.14] Farbgeber
Weisses Pulver (Gips), wird in Saetzen fuer orangerote Blinkeffekte und
Leuchtsterne verwendet. Sollte nicht in Chloratsaetzen verwendet werden.
* CARBOXYMETHYLZELLULOSE - Bindemittel
Weisses Pulver, (Cellulose Gum), findet als Verdickungs- und Bindemittel
geloest in Wasser Verwendung. Ist meist als Na-Salz im Handel (Gelbe
Flamme!).
* Chloriertes Paraffin
Cremeweisses Pulver, (Chlorowax, Chlorez 700), Chlorgehalt: 70%, wird als
Chlor-Ionen-Spender in manchen Farbsaetzen verwendet.
Loeslich in: Aromaten, Alkoholen und Ketonen.
* DECHLORANE
Weisses Pulver, Cycloaliphatisches chlorhaltiges Flammschutzmittel, meist
chloriertes Decan (C10CL12), Chlor-Ionen-Spender fuer Farb-Saetze.
* DEXTRIN [C6H10O5 - MG. 2000-30.000] Bindemittel
Meist leicht gelbliches, feines Pulver, geloest in Wasser als Bindemittel.
* EISEN [Fe - MG. 55.85] Brennstoff
Wie Aluminium ebenfalls in unterschiedlichen Arten erhaeltlich:
Feines Feilpulver (niedriger Kohlenstoffgehalt):
Fuer langleuchtende Funken in Fontaenen
Mittleres Feilpulver (hoher Kohlenstoffgehalt):
Fuer sich verzweigende Funken in Wunderkerzen
Feine Blaettchen (Iron-Flake):
Sehr feine kurzleuchtende Funken in Fontaenen
Grobes Pulver oder sehr grobe Drehspaene (Stahl):
Fuer sehr intensiv und sehr lang leuchtende Funken in spez. Fontaenen.
* EISEN(III)OXID [Fe2O3 - MG. 159.70] Katalysator, Oxidationsmittel
Rotes Pulver, wird in Glitter-Saetzen, in Zuendsatzen oder als Katalysator
in
Pfeif- und Raketensaetzen verwendet.
* EISEN(II)OXID [FeO - MG. 71.85] Oxidationsmittel
Scharzes Pulver, wird selten in heissen Zuendsaetzen verwendet,
* FERROTITAN FeTi - Brennstoff
Eisen-Titan Legierung (meist 60:40), in verschiedenen Feinheitsgraden und
Legierungsverhaeltnisse erhaeltlich, findet verwendung fuer gelb-weisse
Funken
in Kometen und Fontaenen. Ist sehr hart und kann daher leicht zur
Entzuendung
von Saetzen waehrend der Verarbeitung fuehren.
* GASRUSS [C] Brennstoff
Sehr feine, schwarze, voluminoese Form des Kohlenstoffs, der, da elektrisch
gut leitfaehig, fuer brueckenlose Zuender verwendet wird.
* GRAPHIT [C] Trennmittel
Graues Pulver, wird zum Polieren von grobem Schwrazpulver verwendet, findet
als Zusatz zu gegossenen Feststoffraketentreibsaetzen Verwendung, wo es die
Abbrandrate erhoeht, Infrarotstrahlung vom der Abbrandfront abfaengt und so
grossflaechige Entzuendung des noch unverbrannten Treibstoffes verhindert.
* GUAR-MEHL - Bindemittel
Grauweisses Pulver (Guar Gum), wasserloesliches, neutrales Bindemittel.
* GUMMI ARABICUM - Bindemittel
Farblose bis braune Glasartige Brocken oder Pulver, wasserloesliches,
leicht
saueres Bindemittel.
* Hexachlorethan [C2Cl6 - MG. 236.47]
Weisses Pulver, giftig, carcinogen, als Chlor-Ionen-Spender in Rauch- und
farbigen Sternensaetzen.
* HEXAMETHYLENTERAAMIN [C6H12N4 - MG. 140.19] Brennstoff
Weisses Pulver (Hexamin, Urotropin, Esbit), dient als Brennstoff in vielen
blauen Sternensaetzen.
* HOLZKOHLE [C] Brennstoff
Schwarzes Pulver, haeufig verwendeter Brennstoff in Saetzen jeglicher Art,
meist als feinst gemahlenes Pulver (Air Float Charcoal) oder selten als
groeberes Pulver fuer goldene Funken.
Die Holzsorte und Art der Herstellung von HK ist entscheident fuer ihre
Qualitaet. HK aus Weichhoelzern (bes. Weide), die bei niedriger Temperatur
verkohlt wurden, hat die beste Qualitaet und wird hauptsaechlich fuer
hochwertige Schwarzpulversaetze verwendet.
* KALIUMBENZOAT [K-C7H5O2 - MG. 160.22] Brennstoff
Weisses Pulver, reizend, Hygroskopisch, wird in Pfeifsaetzen und in
Zerlegerladungen von Feuerwerksbomben verwendet.
* KALIUMCHLORAT [KClO3 - MG. 122.55] Oxidationsmittel
Weisses Pulver, giftig, frueher sehr viel verwendetes Oxidationsmittel,
wird auf Grund seiner Reaktivitaet aber heute fast immer durch K-Perchlorat
ersetzt. KC ergibt in Mischung mit allen organischen Stoffen meist sehr
reib- und schlagempfindliche Gemische. KC sollte niemals mit Schwefel,
Schwefelverb., Ammoniumverb., Phosphor, Metallpulvern oder Saetzen gemischt
werden, die diese Stoffe enthalten, da sich sonst unberechenbar reagierende
Gemische bilden koennen. Wird heute noch viel in Asien verwendet.
* KALIUMDICHROMAT [K2Cr2O7 - MG. 149.19] Stabilisator, Katalysator
Orangerotes Pulver, giftig, carcinogen, wird als Stabilisierungsmittel in
manchen Mg-Saetzen verwendet um der Korrosion entgegen zu wirken und die
Reaktivitaet heranzusetzen. Dient auch als Katalysator in manchen
Perchlorat-Saetzen und setzt dort die Zuendtemperatur herab.
* KALIUMNITRAT [KNO3 - MG. 101.11] Oxidationsmittel
Weisses Pulver (Salpeter), uebliches Oxidationsmittel in der Pyrotechnik.
* KALIUMPERCHLORAT [KClO4 - MG. 138.55] Oxidationsmittel
Weisses Pulver, giftig, findet viel in farbigen Sternen, Heul- und
Knallsaetzen Verwendung, ist weniger reaktiv als Kaliumchlorat und ersetzt
dies heute fast immer, bildet explosive Gemische mit organischen Stoffen
und
feinen Metallpulvern.
* KALIUMSALICYLAT [2-(HO)C6H4CO2K - MG. 183.12] Brennstoff
Weisses Pulver, reizend, wird in Pfeifsaetzen verwendet.
* KALIUMSULFAT [K2SO4 - MG. 174.25] Oxidationsmittel
Weisses Pulver, wird selten in weissen Blink-Saetzen verwendet.
* KOPAL - Bindemittel
Farblose bis rote Brocken oder Pulver, in Alkohol geloest als Bindemittel.
* KUPFERCARBONAT [CuCO3 * Cu(OH)2 - MG. 221.20] Farbgeber
Gruenes Pulver, Basisch reagierend, reizend, blauer Farbgeber.
* KUPFER(I)CHLORID [CuCl - MG. 98.99] Farbgeber
Weisses Pulver, reizend, hygroskopisch, blauer Farbgeber.
* KUPFER(II)CHLORID [CuCl2 - MG. 134.44] Farbgeber
Blaugruenes Pulver (wenn wasserfrei dann braun!), reizend, hygroskopisch,
blauer Farbgeber.
* KUPFER(I)CHLORIDHYDROXID [CuCl2 * 3Cu(OH)2] Farbgeber
Gruenes Pulver (Kuperoxichlorid), reizend, hygroskopisch, blauer Farbgeber.
* KUPFERFLUORID [CuF2 - MG. 101.54] Farbgeber
Blauweisses Pulver, giftig, hygroskopisch, blauer Farbgeber und -
verbesserer.
* KUPFER(II)NITRAT [Cu(NO3)2 - MG. 187.56] Farbgeber, Oxidationsmittel
Dunkelblaues Pulver, reizend, hygroskopisch, blauer Farbgeber, reagiert
mit Phosphor aehnlich unberechenbar wie Chlorate.
* KUPFEROXID [CuO - MG. 79.57] Farbgeber, Katalysator, Oxidationsmittel
Schwarzes Pulver, reizend, blauer Farbgeber, wird auch verwendet als
Zuendverbesserer verwendet, reagiert explosionsartig mit Al und Mg wenn
entzuendet.
* KUPFER(II)SULFAT [CuSO4 * 5 H2O - MG. 159.60]
Blaues Pulver, reizend, blauer Farbgeber.
* KRYOLITH [Na3(AlF6) - MG. 209.94] Farbgeber
Weisses Pulver, eines der wenigen nicht-hygroskopischen Na-Salze, wird fuer
gelborange Flammen verwendet.
* LAKTOSE [C12H22O11 * 2H2O - MG. 342.29] Brennstoff
Weisses Pulver (Milchzucker), wird auf Grund seiner niedrigen
Verbrennungstemperatur oft in blauen Sternen und in Rauch-Mischungen
genutzt.
* LEINOELFIRNIS - Bindemittel, Korrosionsinhibitor
In wenigen Mischungen wird Leinsamenoel oder -firnis als lufttrocknendes
Bindemittel verwendet. Haeufiger wird es jedoch benutzt, um Metallpulver zu
ueberziehen und sie so vor vorzeitiger Oxidation zu schuetzen.
* LITHIUMCARBONAT [Li2CO3 - MG. 73.89] Farbgeber
Farblose Kristalle. Roter Farbgeber.
* MAGNESIUM [Mg - 24.32] Brennstoff
Silberweisses Metall, verbrennt mit blendend weisser Flamme,
errreicht 2400C Verbrennungstemperatur, wird fuer besonders helle und
brilliante Saetze verwendet. Ist empfindlich gegenueber Feuchtigkeit, da
die
sich an der Luft bildende Oxidschicht sehr unbestaendig gegenueber
basischen
und sauren Umgebungen ist. Wird daher haeufig mit Kaliumdichromat
stabilisiert. Seltener wird eine Besichtung aus Leinoelfirnis angewendet.
Ist atomisiert, granuliert und als 5mm breites Mg-Band erhaeltlich.
* MAGNALIUM - Brennstoff
Mg-Al Legierung (meist 60:40), bildet im Gegensatz zu reinem Magnesium
stabile Oxidschichten und ist daher auch in Saetzen mit wasserloeslichen
Bindemitteln verwendbar. Ist atomisiert und granuliert, sowie in
unterschiedlichen Legierungsverhaeltnissen ehaeltlich.
* MAGNESIUMCARBONAT [MgCO3 - MG. 84.32] Stabilisator, Trennmittel
Weisses Pulver, Verzoegerer bei Glitter-Effekten, selten als Trennmittel in
spez. Kaliumchlorat und -perchlorat Saetzen.
* MAGNESIUMOXID [MgO - MG. 40.32] Katalysator, Fuellstoff
Weisses Pulver, Katalysator in manchen Blink-Saetzen, Fuellstoff in Leimen.
* MAGNESIUMPERCHLORAT [Mg(ClO4)2 - MG. 223.21] Oxidationsmittel
Farblose Kristalle, hygroskopisch, bildet sehr empfindliche Gemische mit
org. Stoffen, daher obsolet. Frueher in Leuchtsaetzen verwendet.
* MANGAN [Mn - MG. 54.94] Brennstoff
Meist dunkelgraues Pulver, selten als Brennstoff in Verzoegerungssaetzen.
* MANGANDIOXID [MnO2 - MG. 86.94] Katalysator, Oxidatiosmittel
Dunkelbraunes bis schwarzes Pulver (Braunstein), mindergiftig, Katalysator
in
Feststoffraketentreibstoffen, selten Oxidationsmittel in spez. Thermiten.
* METHYLENCHLORID [CH2Cl2 - MG. 84.94] Loesungsmittel
Farblose Fluessigkeit (Dichlormethan), giftig, carcinogen, wird als
Loesungsmittel fuer PVC und in sog. Berger-Rauchmischungen zusammen mit
Zink-Pulver verwendet. Auf Grund seiner Giftigkeit sollte es speziell beim
Einsatz als Loesungsmittel fuer PVC durch das ungiftige Tetrahydrofuran
(THF)
ersetzt werden.
Reagiert mit Magnesium und Aluminium ! Daher nicht als Loesungsmittel fuer
entsprechende Saetze geeignet.
* NATRIUMBENZOAT [Na-C7H5O2 - MG. 144.11] Brennstoff
Farblose Kristalle, reizend, hygroskopisch, wird als Bestandteil von
Pfeifsaetzen und Zerlegerladungen in Feuerwerksbomben verwendet.
* NATRIUMCHLORAT [NaClO3 - MG. 106.45] Oxidationsmittel
Farblose Kristalle, giftig, wie fast alle Natriumsalze sehr hygroskopisch
(wird daher nicht mehr in der Pyrotechnik benutzt), Eigenschaften sonst wie
Kaliumchlorat.
* NATRIUMHYDROGENCARBONAT [NaHCO3 - MG 84.00] Farbgeber
Farblose Kristalle (Natriumbicarbonat, Natron), orangegelber Farbgeber.
* NATRIUMNITRAT [NaNO3 - MG. 84.99] Oxidationsmittel, Farbgeber
Farblose Kristalle (Chilesalpeter), hygroskopisch, wird selten als
Oxidationsmittel und Farbgeber in Saetzen verwendet. Ist wegen seiner
Neigung, feucht zu werden bes. im Zusammenhang im Magnesium problematisch.
* NATRIUMOXALAT [Na2C2O4 - MG. 134.00] Farbgeber
Farblose Kristalle, Farbgeber und selten Verzoegerungsmittel in
Glittersaetzen.
* NATRIUMSALICYLAT [NaC7H5O3 - MG. 160.10] Brennstoff
Farblose Kristalle, reizend, wird in Pfeifsaetzen verwendet.
* NATRIUMSULFAT [Na2SO4 - MG. 142.04] Farbgeber, Oxidationsmittel
Farblose Kristalle, hygroskopisch, Farbgeber und Oxidationsmittel in gelben
Blinksaetzen. Benoetigt hohe Temperaturen um wirksam zu werden.
* NATRONWASSERGLAS [Na2O(SiO2) * H2O] Flammschutzmittel
Klare, sirupartige Fluessigkeit, aetzend, basisch, wird verwendet, um
Papier
feuerfest zu impraegnieren und manchmal als Klebstoff fuer Raketenrohre.
* NITROCELLULOSE - Sprengstoff, Brennstoff, Bindemittel
Nitrierte Cellulose, in unterschiedlichen Nitrierungsgraden erhaeltlich,
Grundlage rauchloser Schiesspulver, NC in Aceton wird als wasserfreies
Bindemittel fuer Magnesium-haltige Saetze benutzt.
* PARLON - Farbverbesserer, Bindemittel
Feines weisses Pulver, Chlorgehalt: 68%, als Chlor-Ionen-Spender fuer
farbige Leuchtsterne. Loeslich in Ketonen und Aromaten.
* PHOSPHOR [P - MG. 30.97] Brennstoff
Existiert in zwei Hauptformen:
Als gelber oder weisser Phosphor, der in der Pyrotechnik keine Verwendung
findet, da er HOCHGIFTIG ist und sich an der Luft selbst entzuenden kann.
Er wird daher meist unter Wasser aufbewahrt.
Als roter Phosphor, der in der Pyrotechnik selten verwendet wird, fast
auschliesslich in Mischungen fuer Reibkoepfe und auch da nur selten.
Pyrotechnische Mischungen mit Phosphor sind instabil, ganz besonders
Mischungen mit Chloraten und Perchloraten, die schon viele Menschen das
leben gekostet haben (!!!).
* POLYVINYLCHLORID - Farbverbesserer, Bindemittel
Feines weisses Pulver, Chlorgehalt: 57%, als Chlor-Ionen-Spender fuer
farbige Leuchtsterne. Loeslich in Methylenclorid und Tetrahydrofuran.
* RED GUM - Brennstoff, Bindemittel
Braunes bis Rotbraunes, feines Pulver, Brennstoff in manchen Farbsaetzen,
Bindemittel fuer Sternen. Ersetzt heute fast immer Schellack, da billiger.
Loeslich in Alkoholen und Ketonen.
* REISHUELSEN
Schalen von Reiskoernern, Basis fuer Zerlegerladungen in Feuerwerksbomben.
* REISMEHL - Bindemittel
Weisses Pulver, als wasserloesliches Bindemittel fuer Sterne.
* SARAN - Farbverbesserer, Bindemittel
Feines weisses Pulver (Polyvinylidenchlorid), Chlorgehalt: 74%, als Chlor-
Ionen-Spender fuer farbige Leuchtsterne. Loeslich in Ketonen und Aromaten.
* SCHELLACK - Brennstoff, Bindemittel
Gelb- bis orangefarbenes Harz aus den Stoffwechselprodukten der indischen
echten Lackschildlaus, meist in Form von Blaettchen oder als Pulver im
Handel.
Wird als bester Brennstoff fuer fabige Sterne betrachtet, vielfach aber
durch Red Gum abgeloest. Loeslich in Alkoholen, schwer loeslich in Ketonen,
unloeslich in Kohlenwasserstoffen und Aromaten.
* SCHWEFEL [S - MG. 32.07] Brennstoff
Gelbes Pulver, wichtiger Bestandteil von Schwarzpulver, sollte immer
als sog. gewaschener Schwefel (nicht Schwefelbluete) zum Einsatz kommen,
da der Saeuregehalt dann sehr niedrig ist. Zusammen mit Chloraten bildet
Schwefel teilw. selbstentzuendliche und explosive Gemische.
* SILICIUM [Si - 28.09] Brennstoff
Dunkelgraues Pulver, wird in Zuendmaenteln von Sternen verwendet.
* SILIZIUMDIOXID [SiO2 - MG. 60.08] Trennmittel
Weisses, sehr feines, voluminoeses Pulver (Aerosil, Cab-O-Sil, pyrogene
Kiselsaeure). Wird in geringen Mengen in pyrotechnischen Saetzen und
Chemikalien verwendet, um ein Verklumpen zu verhindern.
Beeinflusst die Reaktion eines Satzes nur sehr gering.
* SORBIT [C6H14O6 - MG. 183.17] Brennstoff
Farblose Kristalle, wird in Feststoffraketentreibsaetzen verwendet.
* STEARINSAEURE [C18H36O2 - MG. 284.49] Brennstoff, Beschichtungsmittel
Cremeweisses Pulver, wird als Brennstoff in einigen blauen Sternensaetzen
und
als Beschichtungsmittel fuer Metallpulver (z.B. Al-Flake) verwendet.
* STRONTIUMCARBONAT [SrCO3 - MG. 147.63] Farbgeber
Weisses Pulver, meistverwendeter roter Farbgeber.
* STRONTIUMCHLORID [SrCl2 - MG. 158.53]
Farblose Kristalle, roter Farbgeber.
* STRONTIUMCHROMAT [SrCrO4] Oxidationsmittel, Katalysator
Gelbe Kristalle, giftig, carcinogen, wird in manchen roten Sternen und in
Feststoffraketentreibsaetzen als Katalysator verwendet. Reagiert heftig mit
organischen Loesungsmitteln (!). Sollte auf Grund seiner Gefaehrlichkeit
nicht
verwendet werden.
* STRONTIUMNITRAT [Sr(NO3)2 - MG. 211.63] Oxidationsmittel, Farbgeber
Farblose Kristalle, hygroskopisch, Oxidationsmittel und roter Farbgeber in
vielen Saetzen.
* STRONTIUMSULFAT [SrSO4 - MG. 183.68] Farbgeber
Weisses Pulver, Farbgeber in manchen roten Blinksaetzen.
* TITAN [Ti - MG. 47.90] Brennstoff
Silbergraues Metall, verbrennt mit blendend weisser Flamme, wird fuer
grellweisse Funken in vielen Saetzen verwendet. Ist UNEMPFINDLICH
gegenueber
Feuchtigkeit, da die Oxidschicht sehr bestaendig ist. Saetze mit Ti sind
daher
unproblematischer als solche mit Al oder Mg. Die grosse Haerte erhoeht aber
in vielen Saetzen die Reibempfindlichkeit. Ist als Flake, atomisiert,
gemahlen
und als sog. poroeser Titanschwamm erhaeltlich.
* TITANDIOXID [TiO2 - MG. 79.90] Katalysator
Weisses Pulver, wird als Katalysator in Pfeifsaetzen verwendet.
* TON
Beiges, feines Pulver (Bentonit), Material fuer Raketenduesen und Stopfen.
* ULTRAMARIN [Na3S2 * 3NaAlSiO4] Farbgeber
Feines blaues Pulver, da es nicht hygroskopisch ist, wird es als
bevorzugter
gelber Farbgeber fuer lang lagerfaehige Saetze verwendet.
* VASELINE - Korrosionsinhibitor
Gemisch langkettiger Kohlenwasserstoffe (Petrolatum), pastoese Konsistenz,
wird selten als KI bei Metallpulvern verwendet.
* WOLFRAM [W - MG. 183.85]
Grauweisses Metall, dient zum Festlegen der Brennrate in
Verzoegerungssaetzen.
* XYLOL [C8H10 - MG. 106.17] Loesungsmittel
Farblose Fluessigkeit (Di-Methylbenzol), brennbar, giftig, aromatisches
Loesungsmittel fuer viele Harze und andere Bindemittel.
* ZINK [Zn - MG. 65.37] Brennstoff
Graues Metall, heute wenig verwendeter Brennstoff in Sternen und
Rauchsaetzen.
* ZINKCHROMAT [SnCrO4 - MG. ] Oxidationsmittel, Katalysator
Gelbe Kristalle, giftig, carcinogen, in Feststoffraketentreibsaetzen als
Katalysator verwendet. Reagiert heftig mit organischen Loesungsmitteln (!).
Sollte auf Grund seiner Gefaehrlichkeit nicht verwendet werden.
* ZINKOXID [ZnO - MG. 81.37]
Weisses Pulver, wird in weissen Rauchmischungen verwendet.
* ZIRKONIUM [Zr - MG. 91.22]
Silbernes Metall, erzeugt die hellsten Funken, unempfindlich gegenueber
Feuchtigkeit, sehr teuer.
2.4. Begriffe in der Pyrotechnik - Glossar
===========================================
Abbrennplatz [Display/Shoot/Firing Area]:
Ein gesicherter Bereich, in Feuerwerkskoerper etc. aufgestellt und
abgebrannt werden. Ein AP ist gegen unabsichtliches oder unbefugtes
Betreten durch Absperrungen zu sichern.
Die Groesse eines AP ergeben sich aus den im SprengG festgelegten
Sicherheitsabstaenden zum Publikum und brandgefaehrdeten
Gebaeuden/Anlagen. Die Abstaende koennen je nach verwendeten
Feuerwerkskoerpern, deren Kalibern und der Lage zwischen 80m und
mehreren Kilometern betragen (z.B. Einflugschneisen von
Flughaefen).
Auf AP darf bis zum Begin des Feuerwerks nicht mit offenem Feuer
handtiert werden. Die Aufsicht auf einem AP traegt der ein
verantwortlicher Feuerwerker, der Inhaber einer Erlaubnis gemaess §
7,
§27 oder eines Befaehigungsscheines gemaess §20 des
Sprengstoffgesetzes
sein muss.
Ihm obliegt die Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften, der
Aufbau und das Abbrennen des Feuerwerks und die Anleitung die ihm
evtl unterstellten Helfer, die selbst jedoch keine Lizenz
benoetigen.
Anfeuerung [Prime]:
Ein pyrotech. Satz, der meistens aus Schwarzpulver mit Zusatz von
Metallpulver besteht und Z.B. bei Sternen als letzte Schicht
aufgebracht wird um fuer eine zuverlaessige Zuendung zu sorgen.
Daher besitzt die Anfeuerung immer eine rel. niedrige Zuendtemp.
Anzuendlitze [Ignitor Cord/ICI-Litze]:
AL besteht aus einem duennen Schwarzpulverstrang, in dessen Mitte
sich ein Kupferdraht befindet. AL ist duenn mit Kunststoff
ummantelt.
Je nach Farbe der Ummantelung ist die Abbrandgeschwindigkeit
unterschiedlich hoch (z.B. 12 oder 23 sec/m). Sie brennt mit
offener
Flamme! Durch die duennen Ummantelung ist sie nur begrenzt
wasserfest.
Sie wird sehr haeufig zum Verbinden von Feuerwerkskoerpern
verwendet.
Es gibt auch wasserfeste Litzen, die allerdings im Aufbau
geringfuegig anders sind, andere Mantelfarben besitzen und auch
andere Abbrandgeschwindigkeiten aufweisen.
Anzuendmittel:
Wie bei den Zuendmitteln wird auch bei den Anzuendmitteln
vorausgesetzt, dass sie explosionsgefaehrliche Stoffe enthalten.
Anzuendmittel sind ihrer Art nach jedoch nicht zur detonativen
Ausloesung sondern zu einer deflagrierenden bestimmt.
Sie werden somit hauptsaechlich zum Zuenden von pyrotechnischen
Gegenstaenden und Saetzen verwendet.
Ausstossladung [Treibladung/Lifting Charge]:
Meist feines bis koerniges Schwarzpulver um Bomben, Bombetten,
Feuertoepfen usw. aus Moerserrohren zu verschiessen. Je nach
geforderter Ausstossleistung werden feine (brennen schneller) und
grobe (brennen langsamer) Schwarzpulver verwendet.
Batterie [Verbundfeuerwerk/Kuchen/Cake/Cake Box/Flower Bed]:
Eine Zusammenstellung einer groesseren Menge von
Feuerwerkskoerpern,
die untereinander verbunden, durch Zuendung in schneller Folge
nacheinander oder gleichzeitig abgebrannt werden.
Auch bekannt als sog. Chinabatterien , die meist aus vielen
einzelnen
Abschussrohren (meist mehrere hundert) kleinen Kalibers bestehen
(meist 20-100mm). Die Abschussrohre sind oft in Pappkartons
zusammengefasst,
werden durch eine einzige Zuendung in Aktion versetzt und laufen
dann
automatisch ab.
Baterien, bes. Chinabatterien sind bei Grossfeuerwerken sehr
beliebt, da sie beeindruckende Effekte zu einem guenstigen Preis
liefern und den Feuerwerker wenig Zeit kosten.
Seit einigen Jahren werden Verbundfeuerwerke auch zunehmend als
Klasse II Artikel verkauft, da nicht das Satzgewicht des gesamten
Verbundes,
sondern der einzelnen Effekte als Berechnungsgrundlage fuer die
Klassifizierung genommen wird.
Bengalische Feuer [Bengal Fires/Flares]:
Generell zu Beleuctungszwecken eingesetzte pyrotech. Gegenstaende,
meist farbig, in Form sog. Zylinderflammen oder als gepulverter
pyrotechnischer Satz.
Biene [Bee/Spinner/Torpedo/Tourbillion/Tracer/Go-Getter]:
Meist rel. kleiner pyrotech. Gegenstand, bestehend aus einer
kleinen
Papproehre, die meist mit einem Funkensatz gefuellt und tangential
angebohrt ist. Wird durch den Abbrand des Satzes in Rotation
versetzt, die bei hohen Geschw. ein charakteristisches Geraeusch
erzeugt (Brummen). Wird als Einzeleffekt (z.B. Wilde Biene, Hummel)
oder als Masseneffekt in Bomben oder Feuertoepfen verwendet.
Blinksatz [Strobe]:
Blinksaetze erzeugen weisse oder farbige regelmaessige Blitze
waehrend des
Abbrennens. Der Effekt entsteht durch eine fast lichtlos
ablaufende#
chemische Reaktion, bei der sich reaktive Nebenprodukte bilden.
Haben sich genuegend Nebenprodukte angesammelt, kommt es zu einer
schlagartigen Zersetzungsreaktion, die mit hellem "Blitzen"
ablaeuft.
Blitzknallsatz [Flash/Flash Powder]:
Ein Blitzknallsatz besteht aus Kaliumperchlorat, sehr feinem
Aluminiumpulver (Dark-Al) und zus. Katalysatoren.
Er verbrennt mit extrem hoher Reaktionsgeschwindigkeit und kann
ab Mengen von 100-200g nach Zuendung von Deflagration zu Detonation
uebergehen. Braucht nur sehr gering verdaemmt zu werden, z.B.
befindet sich in der einseitig offenen Papphuelse eines sog.
Vogel- oder Staren-Starenschreckes nur eine Menge von 0.8g BKS.
Trotzdem kann eine solche in der Hand explodierende Patrone ohne
weiteres mehrere Finger abreissen (!!!).
Bombe [Aerial Shell/Shell]:
Hauptsaechlich verwendeter Feuerwerkskoerper bei Hoehenfeuerwerken.
Bomben besitzen im Gegensatz zu Raketen keinen Eigenantrieb und
werden aus einseitig verschlossenen Rohren (Moersern) mit Hilfe von
Ausstossladungen verschossen.
Durch die Austossladung wird gleichzeitig ein Verzoegerungszuender
an
der Bombe aktiviert, der sie nach wenigen Sekunden meist am
hoechsten
Punkt ihrer Flugbahn zuendet. Bomben haben meist einen Durchmesser
(Kaliber) von 30-400mm, wobei sich international die Angabe in
Zoll (Inch, 2.54cm) durchgesetzt hat.
Bomben werden in zwei Formen hergestellt:
Zylinderbomben [Cylinder Shell]:
Werden in einfachen Varianten vor allem in Europa und Amerika
maschinell hergestellt; zum teil aber auch noch manuell.
Die Effekte sind meist mit der Zerlegerladung in der Zylinderhuelle
verteilt oder die Zerlegerladung befindet in der Mitte der
Effektladung. ZB werden in kleiner Form auch als sog. Bombetten
gefertigt, die in grosser Menge aus kleinen Moersern oder auch
grossen
Bomben verschossen werden.
Kugelbomben [Round Shell]:
Werden fast immer in aufwaendiger Handarbeit gefertigt. Die Sterne
oder Effekte sind meist symmetrisch um eine Zerlegerladung
angeordnet,
teilweise in mehreren Lagen und mit mehreren sphaerisch
angeordneten
Zerlegerladungen so dass sie sehr gleichmaessig in Kugelform
explodieren.
Am Boden beider Arten von Bomben werden manchmal zusaetzliche
Effekte befestigt, sodass beim Aufsteigen sichtbare Kometenschweife
entstehen (farbig, silbern, golden).
Braender:
Zylindrischer Feuerwerkskoerper mit verdichtetem pyrotechnischen
Satz,
der Funken sprueht und/oder farbig abbrennt - z.B. Fontaenen-,
Wasserfall- und Bengal-B.
Liefern B. beim Abbrand durch die entstehenden Gase Schub, werden
sie
als Treiber ('Driver') bezeichnet (Raketen-, Sonnentreiber).
Chinazuendschnur:
CZ besteht aus sehr duennem papier, das mit wenig gemahlenem
Schwarzpulver bestreut und dann zu feinen Schnueren verdreht wird.
CZ wird vor allem fuer die Importknallkoerper (Chinaboeller,
etc.)verwendet.
Crackersatz [Knister-/Knallsterne/Crackling Stars/Dragon Eggs]:
Kleine Sterne mit wenigen Millimetern Durchmesser, die aehnlich
einem
Blinksatz, aber viel schneller unter Blitzen und lautem Knallen
verbrennen. Werden in grosser Menge in Bomben und Fontaenen
verwendet.
Viele CS verwenden als Grundlage giftige und umweltschaedliche
Bleioxide, die durch harmlosere Wismutoxiden ersetzt werden
sollten.
CS koennen unerwartet explodieren, wenn sie waehrend der
Herstellung
bei erhoehten Temperaturen getrocknet werden.
Crossetten [Bursting Star]:
Spezielle Kometen, die durch eine kleine Blitzknall-Ladung im
Inneren
nach kurzer Brenndauer in mehrere brennende Stuecke explodieren.
Deflagration:
Bei einer Deflagration pflanzt sich die Reaktion durch freiwerdende
Reaktionswaerme fort. Sie verlaeuft im Unterschied zur Detonation
unterhalb der Schallgeschwindigkeit.
Meistens bilden sich Flammen und gluehende Teile.
Schwarzpulver, schwarzpulveraehnliche Stoffe sowie alle
pyrotechnischen Saetze deflagrieren.
Detonation:
Bei der Detonation wird die Reaktion durch einen Verdichtungsstoss
in
in Gang gesetzt (Initialzuendung). Hierbei treten so hohe
Temperatur-
und Druckspruenge auf, dass die chemischen Bindungen im
detonierenden
Stoff aufgeloest werden und sich die Reaktion mit Geschwindigkeiten
weit jenseits der Schallgeschwindigkeit ausbreitet. (Bis 15000 m/s)
Duese [Choke]:
Verengung der Huelse eines pyrotech. Gegenstandes, meist aus Ton
hergestellt, aber teilweise auch nur eine Einschnuerung der oder
eine
Bohrung in dieser. Durch die Verengung kommt es waehrend des
Abbrandes
zu einer Druckerhoehung in der Huelse, womit sich die Verbrennungs-
geschwindigkeit erhoeht und zu einer Beschleunigung der Verb.Gase,
die den Gegenstand in Bewegung versetzt.
Elektrozuender [Electric Match]:
In der Pyrotechnik werden nur sog. offene elektrische Zuender
verwendet, die mit ihrere offenen Flamme pyrotech. Gegenstaende
anfeuern koennen.
EZ werden als sog. Bruecken- und Brueckenlose Zuender hergestellt.
Bei Brueckenzuendern wird durch den Stromfluss ein feiner
Gluehdraht
zwischen den Anschlussdraehten erhitzt, der einen kleinen
pyrotech.
Satz (Zuendpille) entzuendet, dessen Flamme wiederum dann die
eigentliche Zuendung des Gegenstandes ausloest.
Brueckenlose Zuender arbeiten nach dem gleichen Prinzip, nur dass
der
Gluehdraht durch eine leitfaehige Zuendpille ersetzt ist.
E-Zuender werden immer mit Angaben ueber eine Ansprech- und eine
Nichtansprechstromstaerke versehen ausgeliefert. Das erlaubt das
Testen einer Verkabelung mit einem def. Teststrom, bei dem der
Zuender aber nicht zuendet.
Es gibt A-Zuender (180mA Nichtansprechstromstaerke) und U-Zuender
(450mA Nichtansprechstromstaerke) sowie Sonderformen, die noch
hoehere Stromstaerken vertragen (bis zu mehreren A).
Bei Verwendung von Elektrozuendern sollte man immer bedenken, dass
alle elektr. Felder, die in die Naehe einer Verkabelung kommen,
Stroeme
induzieren, die die Zuender ausloesen koennen. Gefaehrlich sind
u.a.:
Ueberlandleitungen, Stromkabel, Gewitter, Funkgeraete, Handys, etc.
Explosion:
Mechanische Wirkung in Folge einer Deflagration oder Detonation.
Explosivstoffe:
Stoffe oder Gegenstaende, die gemaess den "Empfehlungen der
Vereinten
Nationen ueber die Befoerderung gefaehrlicher Gueter" als solche
betrachtet werden.
Zu den Explosivstoffen zaehlen nach herrschender Auffassung in
Fachkreisen, Sprengstoffe, Treibstoffe (Treibmittel), Zuendstoffe
und pyrotechnische Saetze.
Den Explosivstoffen sind folgende Stoffe und Gegenstaende nach dem
Gesetz gleichgestellt:
- explosionsfaehige Stoffe, die nicht explosionsgefaehrlich, jedoch
zur Verwendung als Explosivstoffe bestimmt sind
- explosionsgefaehrliche Stoffe, die zur Herstellung von
Explosivstoffen bestimmt sind
- Zuendmittel
- andere Gegenstaende als pyrotechnische Gegenstaende, in denen
explosionsgefaehrliche Stoffe fuer die bestimmungsgemaesse
Verwendung ganz oder teilweise fest eingeschlossen sind und in
denen die Explosion eingeleitet wird.
Explosionsgefaehrlicher Stoff:
pyrotechnische Saetze oder Schwarzpulver
Feuertopf [Pots au feu/Mine]:
F sind kleine Moerser in denen eine Ausstossladung lose eingelegte
Effektkoerper, wie z.B. Sterne und Kometen (Mine) brennend
austreibt.
Manchmal sind diese auch in einem duennwandigen Behaelter, der
in niedriger Hoehe mit wenig Druck explodiert (Bag-Mine).
Feuerwerkszuendschnur:
FZ besteht aus einem mit Garn umwundenem Schwarzpulverstrang, der
mit
Leim beschichtet ist. FZ ist nicht wasserfest und es gibt sie
duenne,
aussenbrennende, sowie als dicke innenbrennenden Ausfuehrung.
Letztere findet z.B. bei Kanonenschlaegen oder Tischfeuerwerk Verw.
Flittersatz [Firefly]:
Satz mit sehr hohem Aluminiumgehalt (bis zu 70%). Das verbrennende
feine Aluminiumpulver bildet einen dichten Funkenregen.
In billigen Effekten manchmal durch Chinazuendschnurstueckchen
simuliert.
Fontaene [Fountain/Gerb/"Vulkan"]:
Roehre mit pyrotech. Satz der waehrend des Abbrandes durch eine
Duese
am oberen Ende mit hoher Geschwindigkeit ausgestossen wird.
Fast immer ist der Satz mit untersch. Metallpulvern versetzt um
einen schoenen Funkenregen zu erreichen.
Glittersatz [Glitter]:
Spez. Satz, fast immer fuer Sterne verwendet, manchmal auch fuer
Fontaenen. Die Saetze sind aehnlich denen fuer Blinksaetze
aufgebaut.
Allerdings bilden sie sichtbar gluehende funken, die am Ende ihrer
Brenndauer durch eine chemische Reaktion "explodieren".
Grossfeuerwerk:
Feuerwerk, bei dem ueberwiegend Feuerwerkskoerper der Klassen III
und
IV gezuendet werden. GF sind genehmigungspflichtig.
Pfeifsatz [Heuler/Pfeifer/Sirene/Whistle]:
Ein Gemisch eines Perchlorates mit Salzen der Salicyl- oder
Benzoesaeure, das in eine einseitig verschlossene Huelse
eingepresst
wird. Der Satz verbrennt nach Entzuendung nicht kontinuierlich
sondern stossweise in duennen Schichten. Je nach Laenge der Huelse
finden diese Mikroexplosionen mehrere tausend mal pro Sekunde
statt,
so dass sich ein hoerbares Pfeifen entwickelt.
Durch Zusaetze unterschiedlicher Katalysatoren kann die Tonlage
geaendert werden; durch Einbringen von Defekten in den Satz, z.B.
Kunststoffkoerner oder Loecher, kann das Pfeifen auch in ein
schrilles
Kreischen geaendert werden. Manche Pfeifsaetze enthalten auch
wenige %
feinstes Titanpulver, um waehrend des Abbrennens einen silbrigen
Schweif zu erzeugen.
Frueher wurden Pfeifsaetze hauptsaechlich aus dem Kaliumsalz der
Pikrinsaeure oder Chloraten und den Salzen der Gallsaeure
hergestellt.
Diese Mischungen waren hochexplosiv und verursachten schon waehrend
der Herstellung so viele Unfaelle, dass sie heute nicht mehr
kommerziell verwendet werden.
Knallkoerper ["Boeller"/China-Cracker/Firecracker/Banger]:
Allgemeine Bezeichnung fuer Feuerwerkskoerper, die meist der
Klasse II (Sylvesterfeuerwerk) angehoeren und einen Knall erzeugen.
Meist relativ locker gerollte, ungeleimte Papierroehren, die mit
Schwarzpulver gefuellt und verschlossen werden. Hauptsaechlich in
China hergestellt. Knallkoerper aus europaeischer Herstellung sind
dagegen meist aus duenneren, aber stabileren Papierroehren
hergestellt
und mit einem Reibzuender versehen.
Knallkoerper fuer Grossfeuerwerke (Salutk.) oder techn. Anwendungen
(Detonationssimulationskoerper der Bundeswehr) sind meist nicht mit
Schwarzpulver, sondern mit Blitzknallsatz gefuellt.
Komete [Comet]:
Bezeichnung fuer meist zylindrische Sterne, die groesser als
normale
Sterne sind (bis zu mehreren cm Laenge und Durchmesser).
Kugelbombe:
Siehe "Bombe"
Lanze [Licht/Lance]:
Duennes Papierroehrchen, mit meist farbigem Leuchtsatz gefuellt.
Wird
in spez. Gitterrahmen zu brennenden Bildern (Feuerwerksbild,
Lichtbild, Lancework) angeordnet und meist unter Verwendung von
Tape
Match gezuendet.
Moerser [Moerserrohr/Abschussrohr/Mortar]:
Rohre aus Pappe, Kunststoffen (PP, GFK, HDPE) oder Metall (Eisen,
Aluminium) mit geschlossenem Boden. Aus M. werden pyrotech.
Gegenstaende (z.B. Bomben) durch eine Treibladung in die Luft
geschossen. Der Innendurchmesser eines Moersers wird durch das
Kaliber angegeben, der pyrotech. Gegenstand desselben Kalibers
ist geringfuegig kleiner, damit er in den M passt.
Moerserkasten [Mortar Rack]:
Eine Zusammenfassung mehrerer Abschussrohre jeweils gleichen
Kalibers
in einer Kiste oder Gestell, meist aus Holz gefertigt.
Ermoeglicht schnelleren Auf- und Abbau bei Grossfeuerwerken.
Je nach Groesse des Kalibers werden mehr oder weniger Rohre
verwendet.
Die Rohre werden dann entsprechend untereinander verleitet, so dass
sie nacheinander oder gleichzeitig zuenden.
Pulverzuendschnur [Anzuendschnur/Match]:
Bei der PZ handelt es sich um einen Schwarzpulverstrang, der
mehrlagig mit Garn und Kunststoff umsponnen ist. Daher sieht man
den
Abrennvorgang nicht!
PZ ist weitgehend wasserfest und kann in Spezialausfuehrungen auch
wasserdicht sein. PZ wird meist in der Sprengtechnik bei
Unterwsser-
und Lawinensprengungen verwendet. In der Pyrotechnik nutzt man sie
nur als Verzoegerer in Feuerwerksbomben.
Pyrotechnische Gegenstaende:
Dienen Vergnuegungs- oder technischen Zwecken. Sie enthalten
explosionsgefaehrliche Stoffe oder Stoffgemische. Unter
Ausnutzung der diesen Stoffen enthaltenen Energie Licht-, Schall-,
Rauch-, Nebel-, Heiz-, Druck- oder Bewegungswirkungen zu erzeugen.
P G werden nach Klassen unterschieden.
Pyrotechnische Munition:
Zum Abschuss aus Signalwaffen dienende Patronen, die z.B. Pfeif-,
Knall- oder Illuminationssaetze enthalten. Werden z.B. als
Seenotsignale, Sylvesterfeuerwerk (Kaliber 15mm) oder
Gefechtsfeldbeleuchtung verwendet und mit Hilfe spezieller
Abschussvorrichtungen aus Schusswaffen abgefeuert.
Pyrotechnische Saetze:
Bestehen im allgemeinen aus nicht explosionsfaehigen
Ausgangsstoffen,
die nach Anfeuerung ohne Sauerstoffzufuhr (selbstunterhalten)
abbrennen. Die Gemische der Ausgangsstoffe sind in der Regel
explosionsgefaehrlich, brennen aber nicht explosiv ab.
Die pyrotechnischen Saetze rufen als Bestandteil von
pyrotechnischen
Gegenstaenden die jeweiligen Wirkungen hervor.
Es gibt Beispielsweise:
Leucht-, Knall-, Pfeif-, Rauch-, Nebel-, Blink-, Glitter-, Heiz-
Gasgenerator-, Zerleger-, Ausstoss- und Spruehsaetze.
Roemisches Lichter [Roman Candle]:
Rohr, meist aus Papier, das mit mehreren Effekten gefuellt ist, die
nacheinander zeitlich verzoegert abgeschossen werden. Die Effekte
bestehen jeweils aus einem Ausstosssatz unterhalb des Effektsatzes,
dem Effektsatz selber (Kometen, Sterne, etc.) und einem
Verzoegerungssatz oberhalb des Effektsatzes.
Salut [Blitz/Schlag/Maroon/Report]:
Feuerwerkskoerper (Knallrakete, Salutbombe), der zum Erzeugen eines
Knalleffektes hergestellt wird, meist mit Blitzknallsaetzen
gefuellt.
Die Verwendung von Hoehensalutschuessen bedingt einen grossen
Sicherheitsabstand zum Publikum, da z.B. schon eine 3 Zoll
Salutbombe toedliche Wirkung haben kann.
Schiessbaumwolle [Pyro-Schnur/-Flocken/-Watte]:
Bestehen aus nitrierter Baumwolle, die aufgrund ihrer
Feuergefaehrlichkeit feucht (Alkohol) transportiert werden.
Sie verbrennen relativ schnell (wenige Sekunden pro Meter) und
rueckstandsfrei. Man verwendet sie meist im Indoor-Bereich zum
Entzuenden oder als eigenstaendiger Effekt.
Schwarzpulver [Blackpowder]:
Ein Gemisch aus Kaliumnitrat, Holzkohle und Schwefel ueblicherweise
im Gewichtsverhaeltnis 75:15:10. Je nach Verwendung variieren die
Anteile jedoch leicht:
Hoehere Anteile Kaliumnitrat erhoehen die Abbrandgeschwindigkeit,
hoehere Anteile Kohlenstoff verlangsamen die
Abbrandgeschwindigkeit.
Kommerziell wird SP durch gemeinsames Mahlen der drei Komponenten
unter Zusatz von wenig Wasser, Pressen zu Bloecken unter hohem
Druck
und anschliessendem Mahlen der getrockneten Bloecke.
Je nach Verwendungszweck werden unterschiedlich feine Mahlungen
vorgenommen. SP wird fuer spezielle Anwendungen (z.B. Treibladung
in
Kanonen, Sprengpulver fuer Steinbrueche) auch in unterschiedlichen
Formen von Endlosstraengen gepresst (Staebchen, Roehrchen, Wuerfel,
Blaettchen).
Shocktube:
Ein duennes festes Plastikrohr mit einem Durchmesser von 2-5mm.
Das Rohr ist innen mit einer duennen Schicht eines speziellen
Sprengstoffes beschichtet.
Die Sprengwirkung ist daher sehr gering, denn es geht nur um die
aeusserst schnelle Zuenduebertragung von bis zu 5000 Metern pro
Sekunde. Schocktube muss mit einer Initial- oder
Hochspannungszuendung gezuendet werden und benoetigt an allen
Abgaengen zu pyrotechnischen Effekten spezielle Zuenduebertraeger,
da die Sprengwirkung nicht geeignet ist, normale Anzuender
zu entzuenden. Selten.
Sprengen:
Gewaltsames, ploetzliches Aufreissen sowie Zerteilen von Stoffen
oder
Gegenstaenden durch das Arbeitsvermoegen von Explosivstoffen.
Sprengstoff:
Sprengstoffe sind Explosivstoffe die im allgemeinen zum Sprengen
bestimmt sind.
Sprengschnuere [Det-cord]:
Sprengschnuere enthalten in einem Schlauch einen schnell
detonierenden
Sprengstoff. Sprengschnuere werden nur durch Detonation gezuendet
und
koennen Sprengstoffe ohne weitere Hilfsmittel zur Detonation
bringen.
Stern [Star]:
Allgemeiner Begriff fuer verschieden geformte Effektkoerper, die
ueber Bomben, Feuertoepfe, Roemische Lichter, etc. in die Luft
ausgestossen werden und dort verbrennen. Sie koennen aus den
unterschiedlichsten Saetzen bestehen.
Der Durchmesser betraegt je nach Verwendungszweck 1-30mm. Groessere
Sterne werden Komete genannt. Die Herstellung von S erfolgt im
wesentlichenauf drei Methoden:
Geschnittene S [Cut Stars]:
Der Satz wird mit Binde- und Loesungsmitteln zu einem Teig
verarbeitet,
in entsprechender Schichtstaerke ausgebracht und dann in
Wuerfel geschnitten und getrocknet.
Gepresste S [Pressed/Pumped Stars]:
Der Satz wird mit Binde- und Loesungsmitteln zu einem Teig
verarbeitet und in eine, meist zylindrische Form gepresst.
Industriell wird auch kontinuierlich mit Strangextrudern
gearbeitet.
Gerollte S [Rolled Stars]:
In einer Dragierungs- oder Rolltrommel werden sog. S-Kerne unter
abwechselndem Befeuchten und Zugeben von pulvrigem Satz langsam
beschichtet. Als Kerne [Cores] koennen kleine geschnittene oder
gepresste S, Samenkoerner, Spaghettibruch, Tonkugeln, etc. dienen.
Je nach Anzahl der Beschichtungsvorgaenge und den
unterschiedlichen,
verwendeten Saetzen koennen GS zu einem mehrschaligen Aufbau von
bis zu 3-4cm Durchmesser heranwachsen.
Das Rollen von Sternen erfordert sehr viel Geschick und Erfahrung.
Fast alle S benoetigen als letzten Ueberzug eine sog. Anfeuerung,
da
viele Sternensaetze sich nur schwer entzuenden lassen.
Stoppine - ungedeckt [Blackmatch]:
US besteht aus mit Schwarzpulver besichteten Baumwoll- oder
Juteschnueren. Je nach Ausfuehrung, Hersteller, etc. kann sie aus
1-20
Schnueren oder einem feinen Gewebe bestehen.
Ungedeckte Stoppine wird fast nur innerhalb von pyrotechnischen
Gegenstaenden verwendet, manchmal auch aussenliegend zum
Entzuenden.
Sie ist sehr empfindlich gegen Knicke und brennt relativ langsam
ab (1m/min).
Stoppine - gedeckt [Quick Match/Pipe Match/Rapidanzuendlitze]:
Gedeckte S ist mit einer lose anliegenden Papierhuelle umgeben, die
ihr beim Abbrand eine extrem hohe Geschwindigkeit verleiht
(bis zu 60 m/s !) da die entstehenden Verbrennungsgase die Flamme
vorantreiben. Sie wird meist fuer schnelle Zuenduebertragungen bei
Grossfeuerwerk verwendet.
Tape Match [Zuendtape/Match Tape/Zuendband]:
MT ist eigentlich ein Klebeband mit einer Breite von 2-5 cm,
welches
in der Mitte mit einer Spur aus grobem Schwarzpulver versehen ist.
Die Abbrandgeschwindigkeit betraegt ca. 2-5m pro Sekunde. Sie kann
aber erheblich gesteigert werden, wenn man die Raender
zusammenklebt
und bewegt sich dann in den Bereichen von gedeckter Stoppine.
Wird meist zur Uebertragung auf kurzen Strecken und zum Anzuenden
von
Feuerbildern verwendet. Da das Klebeband waehrend des Abbrandes
FAST vollstaendig verbrennt, wird MT manchmal auch im Indoorbereich
verwendet.
Treibsatz [Propellant]:
Im Unterschied zum Ausstosssatz (Treibladung) wird der Treibsatz in
eine Huelse gepresst, dient der kontinuierlichen Schuberzeugung und
brennt gleichmaessig ab (Rakete, Treiber).
Unfallverhuetungsvorschriften [UVVen]:
Rechtsnormen fuer den Umgang mit Explosivstoffen in Betriebsteilen.
Sie enthalten allgemeinverbindliche Bestimmungen wie:
- Zulaessige Bauweisen von gefaehrlichen Gebaeuden
- Beschaffenheit von Einrichtungen und Anlagen
- Sicherheitsabstaende
- Einstufung von Explosivstoffe in Gefahrengruppen
- Personen- und Mengenbeschraenkungen
- Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Herstellen, Verarbeiten,
Bearbeiten, Wiedergewinnen, Vernichten, Untersuchen, Erproben,
Befoerdern und Aufbewahren von Explosivstoffen.
- Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Taetigkeiten mit
Gegenstaenden
die Explosivstoffe enthalten (Pyrotechnische Gegenstaende,
Munition, Zuendmittel) und dem Zerlegen, Instandsetzen, Aendern
(Umlaborieren) derselben.
Verleiten:
V bezeichnet alle Taetigkeiten, bei denen Feuerwerkskoerper
untereinander oder mit einer Zuendanlage verbunden werden.
Versager [Misfire]:
V ist die Bezeichnung fuer pyrotech. Gegenstaende, die nicht
bestimmungsgemaess funktionieren. V bergen grosse Gefahren; sie
sind
deshalb mit extremer Vorsicht zu behandeln. Deswegen gehoert die
Suche nach V. bei Grossfeuerwerken zu den gesetzlichen Pflichten
eines verantwortlichen Feuerwerkers. Bei Versagern jeglicher Art
muss vor einer Annaeherung mindestens 1/2 Stunde gewartet werden.
Danach werden Moerser und Batterien mit Wasser aufgefuellt und
Fontaenen, Silvester-Knallkoerper, Bomben, etc. in Wasser
getraenkt.
V waehrend eines Grossfeuerwerkes sind spez. bei grossen Bomben
fuer
die Feuerwerker sehr gefaehrlich; Fehlfunktionen wie Rohrkrepierer
(Detonation im Moerser oder kurz darueber) erzeugen Druck- und
Hitzewellen durch die brennenden Effekte, sowie Splitter durch
die Zerlegung der Moerser.
Verzoegerung [Delay]:
Uebergeordneter Begriff fuer pyrot. Saetze, Zuendstoffe, etc.
innerhalb
eines pyrotech. Gegenstandes oder zwischen pyrotech. Gegenstaenden,
die ein zeitverzoegertes Ausloesen bewirken.
Visco Fuse [Cannon Fuse/Green Visco/Red Visco]:
Ein mit Garn umwundener Schwarzpulverstrang, meist mit
Nitrocelluloselack beschichtet und oftmals gruen. Wird daher auch
als
"Green Visco Fuse" bezeichnet und brennt mit offener Flamme.
Die Abbrandgeschwindigkeit kann bis zu 60 Sekunden pro Meter
betragen, ist aber nicht garantiert und schwankt stark von Sorte zu
Sorte und von Produktionstag zu Produktionstag!
Visco ist nicht wasserfest und wird nur relativ eingeschraenkt in
der
Pyrotechnik verwendet, z.B. zum Abfeuern von Kanonen, der gut
sichtbaren Demostration einer "normalen" Zuendschnur oder an
kleinen
Effekten. Die Qualitaet kann teilw. miserabel sein - der
Nitrocelluloselack brennt z.B. schneller als die Pulverseele (!!!)
Wunderkerze [Electric Sparkler/Sparkler]:
Ein mit einem spez. Satz ummantelter Draht oder Holzstab von
unterschiedlicher Laenge und Dicke. Der Satz erzeugt waehrend des
Abbrandes helle Funken, die von der WK weggeschleudert werden.
Zerlegersatz [Zerlegerladung/Burst Charge]:
Der ZS wird durch einen Verzoegerungssatz am meist hoechsten Punkt
der Flugbahn einer Bombe oder Rakete gezuendet und laesst diese
explodieren. Dadurch werden die in der Bombe oder Rakete
enthaltenen
Sterne und andere Effekte gezuendet. Der ZS kann mit den Effekten
gemischt sein oder sich im Zentrum befinden, je nachdem ob eine
moeglichst gleichmaessige Ausbreitung der Effekte gwuenscht wird.
Der ZS wird entweder in gekoernter, gepulverter oder in auf
Traegermaterial (Reishuelse, Holzgranulat) aufgetragener Form
verwendet.
Zuendlicht [Portfire]:
Duennes Papierohr, ist mit einem langsam abbrennenden pyrotech.
Satz
gefuellt. Dient zum manuellen Zuenden von pyrotech. Gegenstaenden
und
hat je nach Ausfuehrung eine Brenndauer von bis zu 15 Minuten.
Zuendmittel:
Als Zuendmittel gelten Gegenstaende, die explosionsgefaehrliche
Stoffe
enthalten und ihrer Art nach zur detonativen Ausloesung von
Sprengstoffen oder Sprengschnueren bestimmt sind. (z.B.
Sprengzuender,
Sprengkapseln)
Zuendstoffe:
Zaehlen zu den Explosivstoffen. Man versteht darunter
beispielsweise
Zuender, Sprengkapseln und Sprengverzoegerer. Zuendstoffe sind
wesentlicher Bestandteil von Zuend- und Anzuendmitteln.
Entzuendbar sind sie durch Stoss, Schlag, Reibung, Waerme oder
Funken.
Sie sind dazu bestimmt eine Detonation oder Deflagration
auszuloesen.
Z.B. in Sprengstoffen, Treibmitteln und pyrotechnischen Saetzen.
Zylinderbombe:
Siehe "Bombe"
3. Rechtliches
==============
3.1. Sprengstoffgesetz - SprengG (Auszug)
=========================================
Zu finden unter: http://firework.de/info/sprengg.htm (Who's computer is this?)
Das SprengG regelt den Umgang (Herstellen, Bearbeiten, Verarbeiten,
Wiedergewinnen, Aufbewahren, Verwenden und Vernichten sowie Befoerderung,
Ueberlassen und Empfangnahme innerhalb der Betriebsstaette), den Verkehr
(Erwerben, Vertreiben und Ueberlassen), die Befoerderung und die Einfuhr
von explosionsgefaehrlichen Stoffen,soweit diese zur Verwendung als
Sprengstoffe, Treibstoffe, Zuendstoffe, Anzuendstoffe, pyrotechnische
Saetze
oder zu deren Herstellung bestimmt sind. Das S. gilt aufgrund der
Gefaehrlichkeit zusaetzlich fuer folgende Stoffe und Gegenstaende:
explosionsfaehige Stoffe (z.B. Sprengmittel, nicht explosionsgefaehrlich
im Sinne des S.), Zuendmittel fuer Sprengzwecke, pyrotechnische
Gegenstaende
(Feuerwerkskoerper, Anzuendmittel usw.), Munition undandere Gegenstaende,
in
denen explosionsgefaehrliche/ explosionsfaehige Stoffe fest eingeschlossen
sind und in denen die Explosion eingeleitet wird, sowie
explosionsgefaehrliche
Rohstoffe und Zwischenprodukte.
(S.a. die Seiten Gesetze und FAQ im Kapitel Pyro-Infos).
1. Begriffsbestimmung:
Pyrotechnische Gegenstaende sind Gegenstaende, die Vergnuegungs- oder
technischen Zwecken dienen und in denen explosionsgefaehrliche Stoffe oder
Stoffgemische (pyrotechnische Saetze) enthalten sind, die dazu bestimmt
sind, unter Ausnutzung der in diesen enthaltenen Energie Licht-, Schall-,
Rauch-, Nebel-, Heiz-, Druck- oder Bewegungswirkungen zu erzeugen.
2. Strafbarer Umgang, Verkehr und Einfuhr
Wer ohne die erforderliche Erlaubnis mit explosionsgefaehrlichen
Stoffen umgeht, den Verkehr mit explosionsgefaehrlichen Stoffen betreibt,
explosionsgefaehrliche Stoffe befoerdert oder explosionsgefaehrliche
Stoffe,
erwirbt, mit diesen Stoffen umgeht oder sie verbringt, wird mit
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Ebenso wird bestraft, wer explosionsgefaehrliche Stoffe einfuehrt oder
durch einen anderen einfuhren laesst, ohne seine Berechtigung zum Umgang
mit
explosionsgefaehrlichen Stoffen oder zu deren Erwerb nachgewiesen zu haben,
ein Lager ohne Genehmigung betreibt, explosionsgefaehrliche Stoffe
innerhalb einer Betriebsstaette einer Person, die nicht unter Aufsicht oder
nach Weisung einer verantwortlichen Person handelt oder noch nicht 16 Jahre
alt ist oder einer Person unter 18 Jahren ohne Vorliegen der dort
bezeichneten Voraussetzungen ueberlaesst oder vertreibt oder anderen
ueberlaesst.
Wer wissentlich durch eine der in den Absaetzen 1 oder 2 bezeichneten
Handlungen Leib oder Leben eines anderen oder fremde Sachen von bedeutendem
Wert gefaehrdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fuenf Jahren oder mit
Geldstrafe bestraft.
3.2. Feuerwerksklassen
======================
Klasse I Feuerwerkspielwaren, Scherzartikel, Kleinstfeuerwerk.
Erwerb ganzjaehrig und ohne Altersbeschraenkung moeglich.
Abbrand ganzjaehrig erlaubt.
Klasse II Silvesterfeuerwerk, Kleinfeuerwerk.
Erwerb ohne Erlaubnis nach dem SprengG oder behoerdlich
erteilte
Sonderenehmigung nur zwischen 29. und 31.12. und ab 18 Jahren.
Abbrand ohne Erlaubnis nach dem SprengG oder behoerdlich
erteilte
Sonderenehmigung nur zwischen von 31.12 - 17:00 bis 1.1. -
8:00.
(Kann lokal unterschiedlich geregelt sein!) und ab 18 Jahren.
Klasse III Mittelfeuerwerk, "Gartenfeuerwerk".
Erwerb und Abbrand nur mit Erlaubnis nach dem SprengG
und ab 21 Jahren.
Klasse IV Grossfeuerwerk, selbstgefertigte Gegenstaende.
Erwerb und Abbrand nur mit entsprechender Erlaubnis nach dem
SprengG und ab 21 Jahren.
Selbstfertigung aber nur mit Herstellerlizenz(!!!).
Klasse T1 Pyrotechnische Gegenstaende fuer technische Zwecke
Buehnenfeuerwerkskoerper, Seenotsignalmittel,
Druckgasgeneratoren (z.B. Airbag).
Erwerb ganzjaehrig ohne Erlaubnis nach dem SprengG ab 18
Jahren
moeglich. Abbrand ganzjaehrig ohne Erlaubnis nach dem SprengG
ab
18 Jahren erlaubt.
Kommerzielle oder oeffentliche Verwendung allerdings nur mit
einzeln erteilter, behoerdlicher Genehmigung
UND Erlaubnis nach dem SprengG .
Klasse T2 Pyrotechnische Gegenstaende fuer technische Zwecke die
gefaehrlicher sind als die der Unterklasse T1
Erwerb nur mit Erlaubnis nach dem SprengG und ab 21 Jahren.
Abbrand ganzjaehrig mit Erlaubnis nach dem SprengG
ab 21 Jahren erlaubt. Kommerzielle oder oeffentliche
Verwendung
allerdings nur mit einzeln erteilter, behoerdlicher
Genehmigung
und Erlaubnis nach dem SprengG .
Klasse PMI Signale, Luftheuler, sonst. Effektgeschosse (meist 15mm).
Erwerb ganzjaehrig ohne Erlaubnis nach dem SprengG ab 18
Jahren
moeglich. Abbrand ganzjaehrig ohne Erlaubnis nach dem SprengG
ab
18 Jahren nur in Notsituationen erlaubt.
Ausnahme: 31.12 - 17:00 bis 1.1 - 8:00
oder als Startsignal bei Sportveranstaltungen.
Klasse PMII Geschosse mit Knall (Vogelschreck) oder mehr als 10g
Satzgewicht.
Erwerb nur mit behoerdlicher Genehmigung und
Munitionserwerbsschein.
Abbrand nur in Notsituationen oder mit behoerdlicher
Genehmigung.
PS Pyrotechnischer Satz, Schwarzpulver, NC-Pulver.
Erwerb nur mit Erlaubnis nach dem SprengG und ab 21 Jahren.
Abbrand nur mit behoerdlicher Genehmigung.
3.3. Satzgewichte einzelner Klassen
===================================
---------------------------------------------------------------------------
--
Klasse | maximal | maximal zulaessiges
| zulaessiges | Satzgewicht
| Satzgewicht | (Knallsatz)
| (allgemein) |
---------------------------------------------------------------------------
--
I | 3g | 0,5 g Kollodiumwolle
---------------------------------------------------------------------------
--
II | 50 g | 10 g Schwarzpulver
| |
| Bei Kombinationen |
| und Batterien: 200g |
| |
| Bei Raketen: 20g |
| davon max. 10g Effekt |
---------------------------------------------------------------------------
--
III | 250g | 100 g Schwarzp.; 50 g
andere
| Raketen: max. 75g | Nitratgemische
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IV | Gegenstaende, die gefaehrlicher als Klassen I-III
| sind oder selbstgefertigte Gegenstande
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T1 Rauch | 1 kg |
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T1 Signalmittel | 0,5 kg |
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T1 Knallkoerper | 10 g Schwarzpulver; 0,8 g Kaliumperchlorat-Al
Knallsatz
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T1 Raketen | 20 g Treibsatz |
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T1 Blitzeffekte | 15 g |
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T2 | Gegenstaende gefaehrlicher als T1
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PM I | 10 g |
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PM TI | Munition mit Knallsatz im Geschoss oder mehr als 10
g
| Satzgewicht
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3.4. Erlaubnisse nach dem SprengG
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Jeglicher gewerblicher oder oeffentlicher Umgang mit Pyrotechnik erfordert
einen sogenannten Befaehigungsschein (Erlaubnis nach §20 SprengG).
Dieser "Schein" wird auf Grund der erfolgreichen Teilnahme an einem
staatlich
anerkannten Lehrgang erteilt.
Je nach Art der Effekte und dem Ort an dem man sie einsetzten moechte,
benoetigt man einen Befaehigungsschein nach §20 SprengG. mit den
entsprechenden Fachkundenachweisen und muss somit auch an unterschiedlichen
Lehrgaengen teilnehmen.
Es gibt mehrere Schulen, die derartige Lehrgaenge durchfuehren. Eine Suche
nach den entsprechenden Stichworten fuehrt meist schnell zu Erfolg.
Kosten: 1500 - 4000 DM.
Die gaengigsten Lehrgaenge sind:
Buehnenfeuerwerker
Grundlehrgang fuer den Umgang - ausgenommen das Herstellen und
Wiedergewinnen - mit pyrotechnischen Gegenstaenden und
pyrotechnischen
Saetzen in Theatern und vergleichbaren Einrichtungen
Grossfeuerwerker
Grundlehrgang fuer das Verwenden von pyrotechnischen Gegenstaenden
(Abbrennen von Feuerwerken)
Filmpyrotechniker
Sonderlehrgang fuer den Umgang - ausgenommen das Herstellen und
Wiedergewinnen - mit explosionsgefaehrlichen Stoffen in Film- oder
Fernsehproduktionsstaetten
Schwarzpulver- / Vorderladerlehrgang
Grundlehrgang fuer den nichtgewerbsmaessigen Umgang - ausgenommen
das
Herstellen - mit Treibladungspulver zum Vorladerschiessen
Wiederladerlehrgang
Grundlehrgang fuer den nichtgewerbsmaessigen Umgang - ausgenommen
das
Herstellen - mit Treibladungspulver zum Laden und Wiederladen von
Patronenhuelsen
Boellerlehrgang
Grundlehrgang fuer den nichtgewerbsmaessigen Umgang - ausgenommen
das
Herstellen - mit Boellerpulver zum Boellerschiessen
3.5. Bedingungen fuer Teilnahme an Lehrgaengen
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Grundbedingung fuer alle Lehrgaenge sind:
Vollendung des 21. Lebensjahres, Vorlage einer
Unbedenklichkeitsbescheinigung
von der fuer die Erteilung des Befaehigungsscheines zustaendigen Behoerde,
Koerperliche Eignung.
Bei der Beantragung einer Erlaubnis muss außerdem ein Beduerfnis
nachgewiesen
werden. "Just for Fun" einen Schein zu bekommen ist damit sehr schwer!
Die Unbedenklichkeitsbescheinigung wird Antragstellern nicht erteilt, die
- mindestens zweimal wegen einer im Zustand der Trunkenheit
begangenen
Straftat,
- wegen einer fahrlaessigen Straftat im Zusammenhang mit dem Umgang
mit
Waffen, Munition oder Explosionsgefaehrlichen Stoffen,
- wegen einer Straftat gegen die Sprengstoffgesetze, das Gesetz ueber
die Kontrolle von Kriegswaffen,
- rechtskraeftig verurteilt worden sind, wenn seit dem Eintritt der
Rechtskraft oder der Entlassung aus einer Verwahrung, fuenf Jahre
noch nicht verstrichen sind.
Desweiteren werden fuer einzelne Lehrgaenge weitere Voraussetzungen
benoetigt.
Buehnenfeuerwerker:
Ausbildung als Requisiteur, Waffenmeister, Buehnen- oder
Beleuchtungsmeister o.ae. mit einer oeffentlich-rechtlich
geregelten Pruefung, sowie die Mitwirkung an 15 verschiedenartigen
pyrotechnischen Effekten (schriftlicher Nachweis).
Oder Nachweis der mindestens 1jaehrigen Taetigkeit an Theatern oder
vergleichbaren Einrichtungen sowie die Mitwirkung an 15
verschiedenartigen pyrotechnischen Effekten (schriftlicher
Nachweis).
Grossfeuerwerker:
Mitwirkung an mindestens 26 Grossfeuerwerken (schriftlicher
Nachweis).
Filmfeuerwerker:
Besuch eines Lehrganges Buehnenfeuerwerker oder Grossfeuerwerker
mit
erfolgreichem Abschluss, Nachweis ueber die Mitwirkung an
mindestens
10 verschiedenartigen Effekten mit explosionsgefaehrlichen Stoffen.
4. Sicherheit ?
4.1. Unfaelle - privat
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Unfaelle und Pyrotechnik gehoeren (leider) zusammen und fast immer ist es
Leichtsinn, der dabei eine Rolle spielt. Von diesem Problem sind Anfaenger
genauso wie Profis betroffen - es ist egal, ob man etwas falsch macht,
weil man es nicht besser weis oder ob man aus Routine schlampig wird.
Die hier geschilderten Unfaelle sollen einen Ueberblick darueber geben,
was alles passieren kann, wenn man nicht vorschtig genug arbeitet.
ES SEI DAHER AUSDRUECKLICH DAVOR GEWARNT, DIESE SCHILDERUNGEN ALS
AUFFORDERUNG ZUM NACHBAU ZU VERSTEHEN !
http://www.sonic.net/~brucel/explosivegraphics.html (Who's computer is this?)
http://angelfire.com/fl/fireworks/ (Who's computer is this?)
Vor einem Fussballspiel hatte ich mir drei Bengalische Fackeln gekauft
(3 Minuten). Naja habe halt nicht die Sicherheitshinweise gelesen und
habe mich und meinen Vordermann mit dieser heisser Schlacke betropft.
Hatte danach lauter kleine Brandwunden auf dem Arm und er auf dem Kopf.
Er fand es wenig lustig und danach kam es zur ausgewachsenen Schlaegerei
mit immer mehr Beteiligten. Als dann die Sekurity eingrif bin ich zum
Glueck im Gewusel weggekommen. Haette aber auch ins Auge gehen koennen.
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Waehrend meiner Zeit als Zivi im Krankenhaus (Orthopaedie) hatte ich mal
einen
sehr erschuetternden fall:
Zwei 17-Jaehrige hatten an einer Rohrbombe gebaut, die dabei explodiert
war.
Beide hatten schwerste Truemmerbrueche und Gewebeschaeden an beiden
Haenden.
Der eine kam in ein Kreiskrankenhaus und der andere zu uns in die Spezial-
klink zum Spezialistenteam, welches 14 Stunden operierte.
Nach zwei Monaten bekam der eine, der nach drei weiteren OPs noch immer bei
uns war Besuch von seinem Freund. Der hatte die Klinik schon relativ
schnell
verlassen - Liegezeiten bei Amputationen sind relativ kurz.
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Ich habe mal Schwarzpulver gemacht und das habe ich dann in einer alten
Apothekerflasche gelagert, beim Grillen mit ein paar Kumpels habe ich
das dann rausgeholt und wollte mal zeigen wie das auf der Kolhe im Grill
brennt. Da habe ich dann was aus einem Meter Hoehe auf die Glut
geschuettet,
aber da ist dann ein Funke in Flasche geraten und es gab eine Explosion.
Danach war mein Arm bis zum Elbogen geroestet und mit Glassplittern
gespickt
und zwei meiner Kumpels haben auch Splitter abgekriegt einer davon 3cm
unter
dem Auge.
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Sylvester '95 habe ich einen Vogelschreck mit einem Feuerzeug angezuendet,
da mir die Platzpatronen fuer meine Schreckschusspistole ausgegangen waren.
Leider ist der Vogelschreck noch beim Ausholen zum Wurf explodiert.
Auf meinem rechten Ohr habe ich dadurch nur noch 40% Hoervermoegen und
von meinem rechten Daumen sowie Zeigefinger existiert nur noch
jeweils das erste Segment.
Ich habe bisher drei Operationen an der Hand gehabt und die Reha hat
fast ein Jahr gedauert - fuer Bloedheit zahlt man halt leider sehr viel.
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Als 14jaehriger hatte ich mal nur so aus lust roten phosphor und
kaliumiodit
in ein glas geleert, so ca 100ml. nach 5min kam eine braune wolke herraus
und nach 7min ist es vor meinem fenster expodiert. zum glueck ist dieses
nicht kaput gegangen, aber die polizei war in 10min zur stelle.....
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Mir ist einmal etwa 4 bis 5g HMTD beim Trocknen explodiert. Ich habe
offensichtlich vergessen es nach dem abfiltern mit Wasser zu waschen.
Es lag auf Filterpapier auf einem antiken Tisch in unserem Wohnzimmer.
Im Tisch (aus massiver Eiche) ist seit dem ein ca 3cm tiefes Loch mit
einem Durchmesser von 5 cm. Zum Zeitpunkt der Explosion hat sich zum
Glueck niemand im Wohnzimmer aufgehalten. Der Knall war so extrem laut,
dass ich mich heute immer noch frage, wie die Fenster (ca 2m vom Tisch
entfernt) das ausgehalten haben.
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Auch offizielle Methoden koennen Probleme bereiten. Ich hatte mal auf
Bitten eines "Sammlers" altes Pulver zu vernichten, aus BW-Platzpatonen
gesammelt. Dieses Pulver zaehlt zu den offensivsten (wo gibt!).
Standardmethode: In einem duennen Strahl ausschuetten und entzuenden.
Standardunfall: Das Zeug entzuendete sich beim Ausschuetten.
Ergebnis: Durch blitzartige Reaktion nur Haare angesengt.
Ursache: Nicht feststellbar.
Vielleicht (theoretisch kaum) statische Entladung.
Ggf. waren die Stabilisatoren erschoepft.
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Als ich so etwa 16 war, hat mir ein Kumpel Natriumchlorat
aus oesterreich mitgebracht. Und so machte ich ein paar Gramm NaClO3
nass und gab munter Phosphor dazu.
Nachdem ich so etwa 10 g davon gemixt hatte, gab ich den Brei auf
nasses Pergamentpapier, und rollte Knallerbsen draus.
Ich nahm die Dinger, und legte sie in eine (leere) Ferrero-Rocher
Plastikdose. Da ich sie schneller trocknen wollte, stellte ich ganz
vorsichtig noch einen kleinen Tiegel Phosphorpentoxid nebendran.
Mir war schon klar, dass der Frieden vorbei ist, wenn auch nur
eine Winzigkeit davon an die Erbsen kommt.
Das ganze wanderte in ein offenes Fach in meinem Schrank.
Ziemlich weit nach hinten, es war mir irgendwie nicht geheuer.
Ich hab mich dann an meinen PC 2 Meter weiter begeben.
Meine Mutter wollte mich eigentlich zum Spazierengehen mitnehmen,
aber ich konnte die Teile einfach nicht alleine lassen.
Das war mein Glueck.
Etwa eine Stunde spaeter gab es einen ohrenbetaeubenden Schlag.
Verbogene, angekohlte Plastikteile und brennende Papierschnipsel
verteilten sich uebers ganze Zimmer, und ich war gleich mit Loescharbeiten
beschaeftigt.
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Als ich etwa in der 6ten Klasse war, hab ich mir den Spass gemacht,
diese 12er - Amorces-Ringe leerzupopeln, und die daraus resultierenden,
kleinen Zylinder, die ich da rausbekam, in eine Tintenpatrone zu stopfen.
Das hat bestimmt 5 Ringe lang gut fuktioniert, jedenfalls war die
Tintenpatrone etwa zu 60 % voll.
Dann meinte ich, meinem Schutzengel zu viel abverlangen zu muessen,
und wollte 3 von diesen Zylinderchen auf einmal reinstopfen.
Das haben die mir uebel genommen, und die Tintenpatrone explodierte in
meiner Hand.
War ne kleine Tintenpatrone, aber meine Hand fuehlte sich ziemlich
beschissen
an, fast wie wenn jemand draufgetreten haette, und es hat mir einen
Fingernagel ziemlich unsanft gekuerzt.
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Wir haben damals Natriumchlorat Schwefel und Holzkohle gemischt und in
Metallrohre gesteckt. Diese Rohre wurden dann mit dem Hammer zugeschlagen.
Bei einigen Schlaegen hat es merklich geknistert. Doch dies stoerte uns
nicht
im Geringsten. Diese Rohre haben wir in einem Erdloch vergraben und
Ziegelsteine druebergelegt. Wir wollten die Metalltruemmer begutachten.
Beim Zuenden krachte es gewaltig, die Ziegelsteine flogen hoch wie weit und
purzelten uns schliesslich aus etwa 5m Hoehe um die Koepfe.
Gott sei Dank passierte niemandem etwas.
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Ich baute aus einer 500g Cremedose eine Fontaene. Magnesium und allerhand
andere Sachen waren enthalten. Diese Fontaene entpuppte sich am Silvester-
abend allerdings als energiegeladene Rakete. Das Teil hob ab und ging in
den Parabelflug. Am Einschlagpunkt befand sich ein Mann mit Kinderwagen.
Er begriff, was da auf ihn zuraste und beugte sich schuetzend ueber sein
Baby.
Er stand im Funkenregen aber niemanden war was passiert.
Damals war ich 15. Seit dem habe ich mich nie wieder mit derartigen Sachen
beschaeftigt. Angst, die pure Angst. Aber nicht um mich, sondern um andere.
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So im Alter um die 13 oder 14 rum, habe ich den weissen Inhalt eines
Heulers
rausgepopelt. Zum Test habe ich dann 1 cm von einem 4mm Glasrohr
abgeschnitten
und ca. 2-4 mm mit dem Zeug befuellt. Das Glasrohr hab ich dann von beiden
Seiten mit Alufolienkuegelchen zugestopft.
Diesen "Knallkoerper" habe ich dann auf dem Fensterbrett ueber einen
Spiritus-
brenner gehangen. Nach einiger Zeit gab es einen Knall und ich fuehlt etwas
an meiner Hand. Zum Glueck nichts ernstes, ausser das (wahrscheinlich) ein
Glassplitter in der ausseren Scheibe ein Loch von ca. 3mm Durchmesser
hinterlassen hat und im inneren fenster nur ein ganz kleines Loch, das aber
in richtung Zimmer ein ca 0.5 cm grosses Stueck Glas abgesplittert hatte.
Dieses Stueck habe ich an die Hand bekommen - zum Glueck hatte es kaum noch
Energie...
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Ich wollte als Pauker mit meinen Schuelern (Gesamtschule,
Wahlpflichtkurs Chemie) eine etwas "groessere" Rakete bauen.
Treibstoff: Kaliumperchlorat und Zeitungspapier.
Alles nach Vorschrift hergestellt, getrocknet, PVC-Rohr befuellt,
groessere Abbrandflaeche konstruiert, Raketenspitze und Duese aus Holz auf
der Drehbank hergestellt und mit dem Rohr verbunden. Leitwerk aus
Aluminium (ich Hirni !!!) festgeschraubt.
Rakete liess sich nicht zuenden. Nacheinander verschiedene
Zuendmischungen eingefuellt, kein Erfolg ! Mit einem zusaetzlichem Trick
funktionierte es endlich: Maechtiger Feuerstrahl aus der Duese, die
Rakete zittert, sie startet langsam, sie wird schneller, steigt ca. 5
bis 10 m hoch und zerplatzt mit ohrenbetaeubendem Knall.
Die Reste werden anschliessend im Umkreis von 100 m verkohlt, verbogen,
zerfetzt gefunden.
Passiert ist ausser einem fuerchterlichen Schrecken bei allen
Beteiligten nichts; aber nur weil ich grenzenloses Glueck hatte. Zwar
standen die eigenen Schueler gut geschuetzt auf dem Gelaende, aber andere
Neugierige (Lehrer und Schueler) liessen sich nicht kontrollieren und
sind trotzdem, ich weiss nicht warum, ungeschaedigt davon gekommen.
Diese Gefahr wird m. E. meist unterschaetzt, wenn jemand seine
Knallexperimente ins Freie verlegt. Unbeteiligte oder Neugierige
koennen kaum gewarnt und schon gar nicht kontrolliert werden !
Ich habe nach dieser Erfahrung etwas Derartiges nicht mehr gebaut !
Man soll seinen Schutzengel nicht ueberstrapazieren.
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Als ich 15 War wollte ich Nitroglycerin machen, da ich schon ordentlich
Lektuere hatte in denen die Zutaten, aber nicht die Herstellung beschrieben
war, probierte ich auf eigene Faust. Ich hab dann die Saeuremischung
gemacht
und dann das ganze Glycerin auf einmal reingekippt. Es entstand massenweise
NO2-Gas und der ganze Raum war mit rotbraunem Gas gefuellt. Ich bin schnell
noch zum Fenster gerannt und habe es geoeffnet.
Zum Glueck hab ich die Luft angehalten sonst...
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Ich habe mal Dimangantetroxid gemacht und wollte es mit einer 40cm
Glaspipette
aufnehmen. In der pipette stand es gerade ca 3cm hoch, ploetzlich kam eine
Flamme oder ein funken, weiss nicht mehr, an den Anfang der
Pipette, diese explodierte und 2 Splitter flogen am Arm vorbei und steckten
ca 2mm tief drin. In meiner Hose steckten auch jede Mengen kleiner
Splitter.
Von der Pipette hatte ich noch ein ca 10cm langes Stueck in der Hand.
Die Ohren haben auch zimlich gedroehnt. Ich hatte Glueck das nichts ins
Auge
geflogen war, die Splitter im Arm sind fast von selber wieder rausgekommen.
Haette ich eine kurze 10cm Pipette benutzt, waeren meine Finger zimlich
zersplittert gewesen.
4.2. Unfaelle - Pressespiegel
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Es ereignen sich immer wieder Unfaelle, die auch durch die Presse gehen.
Datum: 09.06.1995
dpa
Fatale Bastelei: Zwei Jugendliche getötet, Explosion einer selbstgebauten
Bombe erschüttert Ort Gefrees.
Eine Explosion einer selbstgebastelten Rohrbombe hat am Mittwoch abend im
oberfränkischen Gefrees zwei junge Männer in den Tod gerissen.
Die beiden Jugendlichen im Alter von 17 und 18 Jahren waren bekannt für
ihre Vorliebe für Chemie - sie experimentierten oft, und das Jugendzimmer
des einen war wie ein chemisches Labor eingerichtet. Auf dem Dachboden des
zweistöckigen Hauses lagerten Dutzende verschiedene Chemikalien.
Am Mittwoch abend war es wieder einmal soweit - im "Labor" bastelten sie
diesmal an einem Sprengsatz. Aber diesmal ging es tödlich aus:
Zeugenaussagen
zufolge flog die Bombe gegen 21.30 Uhr in die Luft. Einer der beiden
Jugendlichen war sofort tot. Kurz darauf starb sein Freund, der alarmierte
Arzt konnte ihm nicht mehr helfen. Die 18jährige Freundin der beiden jungen
Leute erlitt einen Schock und mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden.
Sie hatte sich in einem Nachbarzimmer des völlig verwüsteten Raums
aufgehalten.
Die Polizei fand verstreute Schrauben, mit denen die Bombe vermutlich
gefüllt
werden sollte.
Datum: 10.07.1995
Rohrbomben-Opfer in Muenchen
dpa
Bei der Explosion einer Rohrbombe ist in München einem 17jährigen eine Hand
ganz und die andere teilweise abgerissen worden. Der Junge, der mit
Freunden
in der Wohnung seiner Eltern mit dem gefundenen Sprengkörper hantierte,
erlitt
auch schwere Gesichtsverletzungen. Die drei Freunde wurden leicht verletzt
und kamen mit Schock ins Krankenhaus. Die Herkunft der Rohrbombe ist
unklar.
Datum: 25.10.1995
dpa
Rohrbombe explodiert
Bei der Explosion einer selbstgebastelten Rohrbombe ist ein 17jähriger
Lehrling aus Frankfurt schwer verletzt worden. Wie die Polizei berichtete,
hatte der Jugendliche im Keller eines Mehrfamilienhauses ein Rohrstück mit
dem Inhalt alter Feuerwerkskörper gefüllt. Dabei wurden dem 17jährigen zwei
Finger der linken Hand abgerissen sowie Gesicht und Augen verletzt.
SILVESTERFEIERN: 533 Menschen durch Feuerwerk verletzt
Das Jahr 1998 begann mit einem Negativrekord. Während der Silvesterfeiern
in Berlin haben sich 533 Menschen mit Feuerwerk verletzt 194 mehr als im
vergangenen Jahr. Das geht aus der vorläufigen Statistik der Berliner
Krankenhäuser hervor. "Eine enorme Steigerung", kommentiert die
Senatsgesundheitsverwaltung. In 26 Fällen trugen die Unfallopfer schwere
Verletzungen davon. 35 Verletzte mußten in Krankenhäusern behandelt werden.
Auch zu diesem Jahreswechsel haben "erschreckend" viele junge Leute durch
Silvesterkracher Schäden davongetragen, heißt es. Insgesamt verletzten sich
136 Kinder bis 13 Jahre sowie 107 Jugendliche im Alter von 14 bis 18
Jahren.
Beim unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern in Mittenwalde hat ein
zwölf
Jahre alter Junge drei Fingerkuppen der rechten Hand verloren.
Nach Angaben eines Sprechers des Polizeipräsidiums ist noch nicht klar,
ob polnische Feuerwerkskörper mit erhöhter Sprengkraft an dem Unglück
schuld
sind. Der Junge wurde in eine auf Mikrochirurgie spezialisierte Klinik
gebracht. Dort versuchten die Ärzte, die Glieder wieder anzunähen.
In Bestensee explodierte ein Feuerwerkskörper vor dem Gesicht eines
15jährigen
Jugendlichen, dessen Auge verletzt wurde.
Datum: 26.08.1997
AP
Feuerwerk geriet außer Kontrolle: 25 Verletzte
Blutiges Ende eines fröhlichen Volksfestes: Bei einem Feuerwerk im
Dortmunder
Westfalenpark explodierte am Sonntag abend ein Feuerwerkskörper mitten auf
einer Zuschauertribüne. Insgesamt 25 Menschen wurden verletzt,
16 mußten in Krankenhäusern behandelt werden. Zwei Personen erlitten
schwere
Verbrennungen und wurden in eine Spezialklinik nach Bochum gebracht, wie
Feuerwehrsprecher Jörg Kühn gestern mitteilte.
Die Ursache des Unglücks war zunächst unklar. Beim Feuerwerk am Abend waren
nach Angaben der Feuerwehr noch 2 000 bis 3 000 Menschen bei dem Volksfest
der
Coop-Lebensmittelkette anwesend und wurden Augenzeugen des Unglücks. Eine
mit
Hilfe einer Abschußvorrichtung in die Luft geschleuderte Feuerwerksbombe
flog
aus vorerst ungeklärter Ursache in die Zuschauerränge und explodierte dort.
Zwei Personen erlitten Hautverbrennungen zu 20 bis 30 Prozent.
Datum: 07.06.1996
dpa
Gymnasiasten legten Bomben
Vier Gymnasiasten aus Neuenhagen sind vorläufig festgenommen worden. Sie
sollen Bomben gebastelt und gelegt haben, teilte die Justizbehörde gestern
in Frankfurt (Oder) mit. So hätten die Jugendlichen am 12. März an der
Bahnstrecke Berlin-Küstrin/Kietz in der Ortslage Fredersdorf eine Rohrbombe
abgelegt. Gegen die Beschuldigten seien Haftanträge gestellt worden.
Die Jugendlichen seien umfassend geständig.
25.4.2002
Bonn. General Anzeiger.
Explosionsalarm in der Landwirtschaftlichen Untersuchungs- und
Forschungsanstalt Roleber der Landwirtschaftskammer Rheinland:
Bei der Vorbereitung zur Untersuchung von Glycerin-Proben - einem
Bestandteil
von Futtermitteln - hatte eine Labormitarbeiterin irrtümlich Salpeter-
statt
Schwefelsäure verwendet und dabei ungewollt rund 30 Gramm hochexplosives
Nitroglycerin hergestellt. Nach mehr als drei Stunden gaben die
Einsatzkräfte
Entwarnung: Mit Plastiksprengstoff war die gefährliche Mischung vor dem
Gebäude in der Siebengebirgsstraße entschärft worden.
27.10.2003
Berliner Kurier
Explosion in Wohnhaus: Rentner verletzt
76-Jähriger hatte mit Chemikalien hantiert
Bei einer Explosion in einem zehngeschossigen Wohnhaus in der Neustrelitzer
Straße in Hohenschönhausen ist am Sonnabend ein 76-jähriger Mann
lebensgefährlich verletzt worden. "Der Rentner hat in seiner Wohnung mit
Chemikalien hantiert. Dabei kam es zu einer Verpuffung", hieß es am Sonntag
aus dem Polizeipräsidium. "Die Zusammensetzung der Chemikalie kennen wir
noch nicht", sagte ein Polizist.
Rentner Horst D. erlitt schwere Verbrennungen. Ihm wurden bei der Explosion
fünf Fingerkuppen abgerissen. Sein Zustand ist kritisch.
Er wird derzeit im Unfallkrankenhaus Marzahn behandelt.
19.03.2003
dpa
Junge schwebt nach Explosion in Lebensgefahr
Nachdem am Montag in Schmargendorf ein 14-Jähriger beim Experimentieren mit
Sprengstoff verletzt wurde, hat die Polizei gestern vorsichtshalber ein
Wohnhaus geräumt. In der Wohnung seiner Eltern an der Holsteinischen Straße
hatte ein Mitschüler des 14-Jährigen ebenfalls Sprengstoff hergestellt. Die
Rezepte dazu hatten laut Polizei beide Schüler aus dem Internet. Der
14-Jährige schwebt noch in Lebensgefahr, weil er Salzsäuredämpfe eingeatmet
hatte, die bei der Explosion freigesetzt wurden.
Durch die Explosion wurden dem Jungen außerdem drei Finger abgerissen.
Sprengstoffexperten fanden in seiner Wohnung weitere Chemikalien.
5. Potentielle Gefahrenquellen
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5.1. Gefaehrliche Chemikalien
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Vorausschicken moechte ich mal:
Uran ist abgesehen von der 'unbmittelbaren' akut toxischen Wirkung
auch krebserregend. Wirkungen krebserregender Stoffe sind
prinzipiell
nicht durch einen Wert zu begrenzen, da man genausogut grosse
Mengen
aufnehmen kann und es passiert nichts, ein anderer kriegt nur eine
winzige Dosis ab und bekommt bald Krebs. Deswegen werden fuer
krebserregende Stoffe keine MAK-werte
(Max.Arbeitsplatzkonzentration,
der Wert der bei 8h pro Tag an 5 Tagen in der Woche permanenter
Belastung keinen Gesundheitsschaden hervorrufen soll) sondern TRK-
Werte (Technische Richt Konzentation) angegeben, die eher dem
entsprechen was technisch machbar ist, als was tatsaechlich keine
Schaedigung hervorruft. Und deswegen sieht es oft mit den Angaben
ueber die Giftigkeit etwas problematisch aus.
Chlorate: sollten generell nicht verwendet werden, da sie hochreaktiv
sind und zu unerwuenschten Reaktionen mit vielen Stoffen
neigen. Es hat seinen Grund, dass Chlorate in der
professionellen Feuerwerkerei nicht mehr verwendet werden.
WIRKLICH - WIRKLICH - WIRKLICH NICHT !!!!!!
(EINZIGE Ausnahme: Heizsaetze fuer Rauchmischungen)
Sie sollten generell nicht mit Folgendem gemischt werden:
Saeurehaltigen Komponenten:
(Spalten HOCHREAKTIVE Ueber-Chlorsaeure ab, die zur
spontanen
Entzuendung und Explosion fuehren kann)
Sulfaten, Sufiden und Schwefel:
(Enthalten oft Spuren von Schwefsaeure - s.o.)
Ammoniumverbindungen:
(Koennen zusammen HOCHEXPLOSIVES Ammoniumchlorat bilden)
Fein gepulverte organische Stoffe:
(Gefahr der spontanen Selbstentzuendung)
Unphlegmatisierte Metallpulver:
(Koennen bei Anwesenheit von Feuchtigkeit reagieren)
Nitrate: Nie mit unphlegmatisierten Metallpulvern mischen,
speziell Kupfer, Magesium, Zink und Aluminium
(Katalytische Zersetzung moeglich bei Feuchtigkeit).
Gilt ganz besonders fuer Ammoniumnitrat !
Chromverb.: Fast alle Chromverbindungen, z.B. auch Ammoniumdichromat
sind
als Krebserregend eingestuft ! Ausserdem reagieren Chromate
sehr heftig mit organischen Loesungsmitteln.
Schwermetall-
verbindungen: Werden manchmal in alten Mischungen verwendet.
Z.B. Kupferacetoarsenat (Pariser Gruen) fuer blaue Flammen.
Oder Bleinitrat fuer spezielle Fontaenen.